Erziehungsbeistandschaft

Eine Erziehungsbeistandschaft ist eine ambulante Hilfe, die für Kinder und Jugendliche im Alter von ca. 5 bis 18 Jahren eingerichtet wird, die noch zu Hause wohnen. In Einzelfällen kann sie auch für junge Volljährige, die bereits eigenen Wohnraum bewohnen, bewilligt werden.

Eine Erziehungsbeistandschaft ist die richtige Maßnahme, wenn Sie in Ihrer Familie z.B. starke Verhaltensauffälligkeiten oder einen starken Leistungsabfall Ihres Kindes in der Schule beobachten. Wenn Auseinandersetzungen zwischen Eltern und Kindern ein ungewöhnliches Ausmaß annehmen oder sich Ihr Kind zu einem Außenseiter entwickelt, kann eine Erziehungsbeistandschaft die richtige Maßnahme sein.

Eine Erziehungsbeistandschaft versteht sich als vorbeugende Maßnahme, das heißt, sie sollte eingesetzt werden, wenn "das Kind noch nicht in den Brunnen gefallen ist".


Wie arbeitet Erziehungsbeistandschaft?

Im Vordergrund bei einer Erziehungsbeistandschaft steht, dass Sie als Familie in Ihrem gewohnten Lebensumfeld stabilisiert werden, so dass Sie weiter zusammen leben können. Voraussetzung dafür ist, dass alle Familienmitglieder an dem Erhalt der Familiensituation mitarbeiten wollen und eine gewisse Stabilität in Ihrer Familie noch vorhanden ist.

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, werden Sie eine Zeit lang, zusammen mit einer pädagogischen Fachkraft, Ihre Themen und Probleme angehen. Gemeinsam mit dem Erziehungsbeistand legen Sie die Themen und Handlungsschritte fest, die zu einer Verbesserung Ihrer Familiensituation führen sollen. Im Mittelpunkt werden dabei schulische Themen Ihres Kindes, eine sinnvolle Freizeitgestaltung und ein harmonisches Miteinander in der Familie stehen.


Ziele der Erziehungsbeistandschaft:

Erziehungsbeistandschaft versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe. Das heißt, diese Hilfe soll Ihnen vorübergehend helfen, Probleme innerhalb der Familie zu erkennen und Lösungen zu finden, diese in den Griff zu bekommen. Dabei kann es auch sein, dass z.B. zusätzliche therapeutische Hilfen sinnvoll erscheinen und eingeleitet werden. Sollte die Betreuung durch eine Erziehungsbeistandschaft mit der Zeit als nicht ausreichend eingestuft werden, können auch andere weitergehende Angebote der Jugendhilfe in Frage kommen.


Wo findet diese Hilfe statt?

Die Betreuung findet in der Regel bei Ihnen zu Hause statt. Es können aber auch Gespräche in der Schule oder im Kindergarten Ihres Kindes geführt werden. Wenn Sie es wünschen, kann die Betreuungsperson Sie auch zu Gesprächen mit z.B. einem Kinderarzt oder einer Behörde begleiten.


Was kostet die Hilfe?

Die Kosten für eine Erziehungsbeistandschaft werden vom Jugendamt übernommen, für Sie ist die Hilfe kostenlos.