Partnerschaft des Kreises Pinneberg mit dem Rayon Selenogradsk

 


Die Partnerschaft zwischen dem Kreis Pinneberg und dem Rayon Selenogradsk, dem früheren ostpreußischen Cranz entstand 1991. Sinn und Zweck dieser Verbindung sollte es sein, die Versöhnung der ehemaligen Kriegsgegner zu fördern und Verständnis füreinander zu wecken. Darüber hinaus sollten die politischen Beziehungen zwischen einem deutschen Kreis und einem Rayon, der einstigen Siegermacht, ausgebaut und gefestigt werden mit der Zielsetzung der Aussöhnung der Völker auf freundschaftlicher Basis.

In seiner Sitzung am 7. November 1990 sprach sich der Kreistag für eine Partnerschaft mit einem russischen Kreis im Kaliningrader Gebiet aus. Angesichts der politischen Umwälzung in Europa wurde damals die Chance gesehen, einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten. Der Kreistag beschloss damals: "Die völkerrechtliche Anerkennung der Grenzen in Europa und der Demokratisierungsprozess in den osteuropäischen Staaten bieten zum ersten Mal in der europäischen Nachkriegsgeschichte die Gelegenheit, Partnerschaften mit Gebietskörperschaften in diesen Staaten zu begründen, die einen Beitrag zur Verständigung und zum friedlichen Ausgleich der Völker und Menschen leisten können. Der Kreis strebt eine Partnerschaft mit dem Kreis an, der heute das Gebiet des ehemaligen Landkreises Fischhausen umfasst. Mit dieser Partnerschaft soll bewusst ein Zeichen der Aussöhnung und der Anerkennung der bestehenden Grenzen gesetzt werden. Der Kreistag gibt seiner Hoffnung Ausdruck, dass im Zuge einer europäischen Friedensordnung diese Grenzen ihren fremden Charakter verlieren. Aufgrund der angestrebten Partnerschaft und den daraus resultierenden vielfältigen Begegnungsmöglichkeiten der Menschen soll ein Beitrag in dieser Richtung geleistet werden."

Das Gebiet des heutigen Rayon Selenogradsk ist nahezu identisch mit dem ehemaligen Landkreis Fischhausen.

Das Protokoll zum Partnerschaftsvertrag dient als Arbeitsgrundlage für die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen dem Kreis Pinneberg und dem Rayon Selenogradsk. Die Fortschreibung des Protokolls erfolgt alle drei Jahre.

Am 24.05.1995 wurde im Kreis Pinneberg der Verein "Selenogradsk e.V." gegründet, ein Jahr später in Selenogradsk der russische Verein „Pinneberg-Selenogradsk". Beide Vereine fördern die Partnerschaft und arbeiten im Rahmen ihrer Möglichkeiten eng zusammen.

Beide Partnerschaftsvereine tragen durch die enge Zusammenarbeit dazu bei, dass die Partnerschaft aktiv gelebt wird.

Rayon Selenogradsk

Das Gebiet des heutigen Rayon Selenogradsk war 1945 fast identisch mit dem ehemaligen Landkreis Fischhausen. Die Stadt Selenogradsk, Sitz der Administration des Rayons, hieß damals Cranz und ist das älteste Seebad an der Ostsee. Seit 1816 wuchs es zum meistbesuchten samländischen Kurort, der städtischen Charakter annahm und mondänes Flair hatte.

Das heutige Selenogradsk gibt sich Mühe, diese Tradition fortzusetzen, zumal die Stadt Sitz des größten Rayons im Oblast Kaliningrad wurde.

Selenogradsk 01Das neue SelenogradskDas neue Selenogradsk





Auf einer Fläche von 2013 km² leben ca. 32.000 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand: 2010), davon ca.13.000 in der Stadt Selenogradsk. Sie liegt an der Ostsee, ca. 30 km nördlich von Kaliningrad (ehemals: Königsberg) am südwestlichen Ende der Kurischen Nehrung.

Selenogradsk ist auch heute der Ausgangspunkt für Ausflüge auf die Kurische Nehrung. Das Naturschutzgebiet ist ein 98 km langer Landstreifen (bzw. Halbinsel) zwischen Klaipėda und Lesnoi, von dem heute 52 km zu Litauen und 46 km zu Russland gehören. Es trennt das Kurische Haff von der Ostsee.