Jugendzentrum „JottZett“ - Corona aus Sicht der Kinder und Jugendlichen


Die Vorstellung des JottZett begann mit einem virtuellen Rundgang durch das Haus. Hakan Olcas und Boris Kaufmann - die Fachkräfte aus der Einrichtung - stellten dabei das reguläre Angebot des JottZett vor: Tischkicker, Billardtische, Fitnessraum. Die Kinder und Jugendlichen verbringen hier sehr gern ihre Freizeit, kochen zusammen, spielen Spiele oder treffen sich einfach nur zum „chillen“, berichten sie.  Besonders beliebt ist der neu gestaltete Medienraum, in dem die Jugendlichen an Film- und Musikprojekten arbeiten.


JottZett Tornesch

Bis zu 10 Personen gleichzeitig konnten sich noch am 22. März im JottZett pro Tag treffen. „Der Andrang ist groß und mir tut das Herz weh, wenn ich Kinder wieder nach Hause schicken muss“, erzählt Erzieher Hakan Olcas. Die Jugendlichen können sich für einen Besuch in einer Whatsappgruppe anmelden und werden dann in eine Liste eingetragen. Sie können natürlich auch spontan vorbei kommen.


Zwei von ihnen  - Lars und Leonie - besuchen das JottZett regelmäßig. Boris Kaufmann hat sie zur aktuellen Situation interviewt:

Lars ist 18 Jahre alt und besucht das JottZett bereits seitdem er in  der fünften Klasse war. Er freute sich immer auf die Treffen im Haus mit Freunden, um dort Spiele zu spielen oder zu kochen. Ihm fehlt das reguläre Angebot des Jugendhauses sehr. Trotzdem bleibt er positiv und berichtet: „Meine Freunde und ich haben nach wie vor über die online-Angebote Kontakt.“ Das JottZett verfügt über einen Instagram-Account, über den sie mit den jungen Leuten in Kontakt bleiben.

Leonie ist ebenfalls regelmäßige Besucherin des JottZett. Sie ist erst zwölf Jahre alt und kann, aufgrund ihres jungen Alters, leider noch nicht das Angebot über die sozialen Medien wie z.B. Instagram nutzen. Dennoch bleibt Leonie sehr optimistisch und freut sich auf eine hoffentlich baldige Rückkehr in den Normalbetrieb. „Wir stehen das gemeinsam durch“, so die Schülerin.

Hakan Olcas und Boris Kaufmann werden wöchentlich zweimal auf das Coronavirus getestet, um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten.

Bürgermeisterin Sabine Kählert ist begeistert von dem Engagement der Fachkräfte. „Ein großes Lob an das Team, das im Lockdown den Kontakt zu den Jugendlichen gehalten hat. Die jungen Menschen brauchen ihr Haus“, so die Bürgermeisterin. Auch Amtsleiterin Katja Koch stimmt dem zu: „Wir wollen besonders die Jugendlichen erreichen, die in ihrem Elternhaus nicht die Unterstützung bekommen können, die sie vielleicht benötigen. Durch die Offene Kinder und Jugendarbeit versuchen wir, die Folgen der Pandemie aufzufangen.“

„Das wird noch ein ganzes Stück Arbeit“, so Boris Kaufmann. Er berichtet, dass man teilweise den Kindern und Jugendlichen anmerke, dass diesen der Kontakt zu den Gleichaltrigen fehle.

Auch Landrätin Elfi Heesch betont: „Die Arbeit der Kinder- und Jugendhäuser im Kreis Pinneberg ist von sehr großer Bedeutung. Besonders jetzt muss auf das Wohl der jungen Menschen geachtet werden. Die Einrichtungen haben mit viel Mühe und Engagement Alternativen gefunden, um die Jugendlichen weiterhin zu begleiten.“

„Ich danke allen Fachkräften der offenen Kinder- und Jugendarbeit für ihre wichtige Tätigkeit mit den jungen Menschen. Ich hoffe sehr, dass eine zukunftsnahe schrittweise Öffnung der Einrichtungen möglich ist. Kinder- und Jugendliche brauchen auch außerhalb von Schule Kontakte zu gleichaltrigen, aber auch zu anderen erwachsenen Bezugspersonen, denen man sich anvertrauen kann.“

 
Medieninformation vom 07.04.2021