Comic für Kinder und Jugendliche: „Sei stark, sag STOPP!“



Kinderschutz-Comic STOP

Kommt der Trainer einem vielleicht zu nah? Geht der negative Kommentar der Betreuerin vielleicht zu weit? – Für Kinder und Jugendliche ist es nicht einfach, grenzüberschreitendes oder auch missbräuchliches Verhalten einzuordnen. Richtig schwierig wird es dann, wenn sich die jungen Menschen auch noch mit klaren Worten zur Wehr setzen sollen – besonders, wenn es um das Verhalten von Erwachsenen geht, die eigentlich für sie da sind und denen sie vertrauen.

Mit Hilfe der neu erschienenen Broschüre „STOP“ sollen Kinder und Jugendliche an lebensnahen Beispielen lernen, wo Grenzen verletzt werden und welche Rechte sie haben. Der Comic ist eine gemeinsame Initiative der Arbeitsgruppe „Kindeswohl - Vereine und Verbände“. Ideengeber ist die Sportjugend im VFL Pinneberg. Der Verein hatte für die eigene Jugend einen Comic entwickelt und damit den Landeswettbewerb „Sterne des Sports 2020“ gewonnen.


Die Comic-Idee jetzt für den Kreis neu aufzulegen, ist eine Initiative vom Team Prävention und Jugendarbeit des Kreises Pinneberg mit der Kreisjugendpflege und der Kinderschutzfachkraft des Kreises, dem Kreissportverband Pinneberg, den Jugendfeuerwehren im Kreisfeuerwehrverband, dem Kreisjugendring, der Katholischen Pfarrei Heiliger Martin sowie dem Evangelisch-Lutherische Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf. Gemeinsam rufen sie Kinder und Jugendliche dazu auf, stark zu sein und „Stopp“ zu sagen, wenn sie sich bedrängt oder belästigt fühlen, wenn sie ungefragt fotografiert werden oder ihre Privatsphäre in anderer Weise missachtet wird. Außerdem werden Hilfe-Kontakte genannt.


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„Der Comic belehrt nicht, sondern erklärt behutsam und doch deutlich, wo Grenzen sind“, sagt Christoph Helms, Leiter des Jugendamts im Kreis Pinneberg. „Gleichzeitig ist er das Ergebnis einer erfolgreichen Netzwerkarbeit. Im Kreis Pinneberg machen wir uns gemeinsam für den Kinderschutz stark.“ 

„Es gibt keinen gesellschaftlich relevanten Bereich, in dem es nicht möglich ist, dass Kinder Gewalt oder andere Übergriffe erleben können“, sagt Ingo Waschkau, Geschäftsführer des Kreisjugendring Pinneberg. „Also kann es auch in der Kinder- und Jugendarbeit zu Grenzverletzungen kommen. Dieses Comicheft holt die Kinder in einfacher Sprache in ihren Welten und Wahrnehmungen ab.“

„Wir versprechen uns viel von diesem Comic und hoffen, dass er möglichst viele Menschen erreicht“, so Karsten Tiedemann, Geschäftsführer des Kreissportverbands. „Er ist ein gutes Instrument zur Begleitung von Schutzkonzepten und wird leicht verstanden."


Viele Vereine und Verbände im Kreis Pinneberg sind bereits aktiv im Kinderschutz tätig. Seit dem Jahr 2016 schließt der Kreis mit den Trägern der freien Jugendhilfe Vereinbarungen ab, nach denen die Vereine und Verbände die erweiterten Führungszeugnisse der Personen prüfen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und diese betreuen oder anleiten. Auch haben einige Träger bereits ein Schutzkonzept oder Bausteine eines Schutzkonzeptes erarbeitet.

Die Illustrationen des STOP-Comics stammen vom Karikaturisten und Comiczeichner Jens Natter. Jana Glindmeyer vom VfL Pinneberg hat ehrenamtlich an dem Comic für den Kreis Pinneberg mitgewirkt. Erhältlich ist die Broschüre bei allen Initiatoren. Eine Online-Version gibt es auf der Website des Kreises Pinneberg unter Kinderschutz Comic STOP.

Foto Beteiligte: (v.l.n.r.) Janina Broscheit, Ivonne Biesenthal, Gerline Langeloh, Ingo Waschkau, Nina Proske, Christa Nordwald, Wiebke Bruns, Jens Natter, Karsten Tiedemann.

 
Medieninformation vom 29.09.2022


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