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Die Zahl der Jugendlichen ohne Arbeit steigt im Kreis Pinneberg. Frühzeitige und passgenaue Perspektiven in der Berufsorientierung könnten der Entwicklung entgegengesetzt werden. Dies gehört zu den Erkenntnissen aus dem diesjährigen Fokusbericht des Kreises Pinneberg. Als digitale Plattform liefert er Daten, Analysen und Einordnungen zur sozialen Lage im Kreis Pinneberg – auch zum Thema Jugendarbeitslosigkeit.
Der Übergang von der Schule in den Beruf stellt für viele junge Menschen im Kreis Pinneberg weiterhin eine Herausforderung dar. Während die Zahl der Ausbildungsplätze sinkt, steigt gleichzeitig die Zahl unversorgter Bewerberinnen und Bewerber. Es gibt zwar mehr Ausbildungsplätze als Bewerbende, die Differenz wird aber immer kleiner. In 2023 waren es noch 570 Ausbildungsplätze, inzwischen sind es nur noch 140. Häufig passen die angebotenen Ausbildungsplätze nicht zu den Berufswünschen oder Qualifikationen der Jugendlichen. Hinzu kommen weitere Hürden wie fehlende Schulabschlüsse, individuelle Problemlagen oder der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in der Nähe des Arbeitsortes.
Ende 2025 lag die Jugendarbeitslosigkeit im Kreis Pinneberg mit 6,0 Prozent über dem Landes- und Bundesdurchschnitt. Zudem verließen 4,6 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Schule ohne allgemeinen Schul- oder Förderschulabschluss. Um junge Menschen frühzeitig und individuell zu unterstützen, setzt der Kreis gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern auf eine verstärkte Berufsorientierung und Beratung. So bietet die Jugendberufsagentur mit multiprofessionellen Teams gezielte Unterstützung an, insbesondere für Schülerinnen und Schüler mit herausfordernden Bildungsbiografien an. Das gemeinsam mit der Agentur für Arbeit und den Schulen entwickelte Konzept wurde 2025 an allen schulamtsgebundenen Schulen eingeführt und wird zurzeit anhand erster Erfahrungen sowie Rückmeldungen der Jugendlichen ausgewertet. Parallel intensiviert auch das Jobcenter seine Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit und den Jugendämtern, um junge Menschen möglichst früh auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf zu begleiten. Ende Juli 2026 liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 6,9 Prozent. Hierbei sind auch saisonale Effekte zu berücksichtigen, da ein Teil der jungen Menschen zu diesem Zeitpunkt ihre Ausbildung beendet hat und noch keine neue Stelle gefunden bzw. angetreten hat. Eine weitere Besonderheit in diesem Jahr ist, dass durch die Rückkehr zu G9 weniger Abiturient*innen auf den Ausbildungsmarkt kommen. Dies kann Chancen für Jugendliche mit formal niedrigerem Schulabschluss eröffnen.
Der aktuelle Fokusbericht zeigt außerdem mehrere Entwicklungen auf, die für die Sozialpolitik im Kreis Pinneberg von besonderer Bedeutung sind, wie z.B. die zunehmende Alterung der Bevölkerung, den Fachkräftemangel, einen äußerst angespannten Wohnungsmarkt oder steigende Unterstützungsbedarfe in diversen sozialen Leistungsbereichen.
Der Fokusbericht kann vielfältig genutzt werden, etwa für politische Beratungen, fachliche Konzeptentwicklungen oder Förderanträge. Interessierte können den Bericht und weiterführende Informationen, auch zu weiteren sozialpolitischen Handlungsfeldern, online abrufen unter: https://www.fokus-pi.de/fokus-2026.
Medieninformation vom 17.08.2026
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