„Solche Verbindungen sind wertvoll und sollten unbedingt gepflegt werden“, sagte Johannes Callsen, Minderheitenbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Patenschaft für die „Deutsche Volksgruppe in Hadersleben und Umgebung“ haben sich 18 offizielle Akteure aus dem Kreis Pinneberg auf den Weg nach Hadersleben gemacht. Im „Haderslev Hus“, dem früheren Bürgerverein, trafen sie sich mit zahlreichen Mitgliedern des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), der Organisation der deutschen Minderheit in Dänemark mit diversen Ortsvereinen und kulturellen Angeboten. Einige von ihnen begleiten die Patenschaft seit Jahrzehnten aktiv.
Die Ortsvorsitzende Sabina Wittkop-Hansen begrüßte den Pinneberger Kreispräsidenten Helmuth Ahrens, seine Stellvertreterin Sabine Schaefer-Maniezki, zahlreiche Kreistagsabgeordnete sowie Künstler und Mitglieder des Heimatverbandes des Kreises Pinneberg. Kreispräsident Ahrens hielt eine Rede, in der unter anderem auf seinen Vorgänger als Kreispräsident, Burkhard E. Tiemann, Bezug nahm. Tiemann, der schon seit 23 Jahren enge Kontakte zur deutschen Minderheit in der Kommune Hadersleben pflegt, habe ihm geraten, nicht den gleichen Fehler zu begehen, der ihm 2003 selbst unterlaufen sei: „Bloß nicht so lange reden, das mögen die Nordschleswiger nicht“.
Dies also vermied Kreispräsident Ahrens tunlichst. Er gab einen kurzen Abriss der Historie, wobei er scherzte, dass die Verantwortung dafür, dass „man sich heute hier treffe“, keiner der Anwesenden trage. Schuld seien Helene Meyer, Vorsitzende des Deutschen Jugendbundes Hadersleben, und der damalige Pinneberger Landrat Gustav Niendorf gewesen. „Der hatte 1907 und 1912 für den Deutschen Reichstag im Wahlkreis Hadersleben-Sonderburg kandidiert. Dadurch kannte er Hadersleben sehr gut. Nachdem es durch die neue Grenzziehung 1920 zur Trennung zwischen der deutschen und der dänischen Bevölkerung gekommen war, ist Niendorf Pinneberger Landrat geworden und hat 1926 dann die Patenschaft auf den Weg gebracht. Bis heute erinnert am Heisagger Strand ein Haus an diese Verbindung: das „Pinneberg-Heim“.
Ahrens freute sich auch, den 92-jährigen ehemaligen Schulleiter der Deutschen Schule Hadersleben und legendären Ruderer Dieter Hallmann sowie die jetzige Schulleiterin Heike Henn-Winkels, den langjährigen Vizepräsident der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten, Gösta Toft, und Stadtrat Carsten Leth Schmidt kennenzulernen. Nach der Vorstellung der Pinneberger Gäste, die Ahrens´ Vorgänger Tiemann vornahm, genoss man die hervorragende Frokost, bevor die Gruppe sich auf eine von Kim Bjerregaard geführte Besichtigungstour begab. Alle waren beeindruckt vom Charme und der interessanten Historie der im Vergleich zu Elmshorn und Pinneberg beschaulichen Stadt Hadersleben.
Das Treffen klang in der Deutschen Schule aus mit einem Rundgang durch die Schule. Anschließend wurde gegrillt und es wurden zahlreiche Kontakte geknüpft. So tauschten sich Annette Schlapkohl vom Pinneberger Heimatverband, Martin Musiol, Vorsitzender der Pinneberger Künstlergilde, und Gunnar Werner, Schul- und Kulturausschussvorsitzender des Pinneberger Kreistages, mit Karin Baum vom Flensburg Fjord Kunst og Kulturforening, Künstlern aus Hadersleben und Vertreterinnen der Deutschen Schule aus.
Die Patenschaft zwischen dem Kreis Pinneberg und Hadersleben besteht seit 100 Jahren. Nun gelte es, sie mit mehr Leben zu füllen und die gegenseitigen Kontakte zu vertiefen, waren sich der aktuelle und der ehemalige Kreispräsident aus dem Kreis Pinneberg einig.
Medieninformation vom 14.09.2026
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