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Das Wasser muss von A nach B. Damit brachte Max Morschheuser vom Landesverband des Technischen Hilfswerks die Aufgabe auf den Punkt. Interessant wurde es dadurch, dass das Wasser dabei über den Deich und das alles in Höchstgeschwindigkeit passieren musste. So nämlich sah das Szenario der Übung „Notschöpfen 2026“ aus, die das THW und der Kreis Pinneberg gemeinsam mit Einsatzkräften von Feuerwehr und Deutschem Roten Kreuz sowie der dänischen Bevölkerungsschutzbehörde DEMA am Wochenende in Raa-Besenbek auf die Beine gestellt haben.
Mehr als 200 Einsatzkräfte hatten sich wochenlang auf die Übung vorbereitet, knapp 100 vor allem Ehrenamtliche waren mit mehr als 50 Einsatzfahrzeugen vor Ort. Auch Dr. Sönke Schulz, Staatssekretär im Innenministerium, und Landrätin Elfi Heesch überzeugten sich am Deich davon, dass die haupt- und ehrenamtlichen Bevölkerungsschützer ihr Handwerk bestens verstehen.
Das Szenario sah vor, dass das Schöpfwerk Raa-Besenbek defekt ist und die Wettern in der Marsch langsam voll laufen. Ein Szenario, das es so ähnlich bereits gegeben hat: Kurz vor Weihnachten 2023 gab es Regen über Regen. Als die Pumpe im Schöpfwerk Raa-Besenbek ausfiel, war die Lage angespannt. Es drohte ein Binnenhochwasser in der Elbmarsch. Das THW war damals rund um die Uhr im Einsatz. Aus den Niederlanden wurden Ersatzpumpen geliefert. Die Gefahr konnte abgewendet werden.
„Uns war klar, dass wir aus dieser Situation lernen mussten“, sagt Robert Schwerin, Fachbereichsleiter Bevölkerungsschutz beim Kreis Pinneberg. „2023 passiert uns nicht nochmal.“ Gemeinsam haben der Kreis Pinneberg und der THW-Landesverband Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein in den zurückliegenden Jahren ein Konzept entwickelt, das die Erkenntnisse aus dem damaligen Einsatz verarbeitet hat. Jetzt wurde das Konzept in der Praxis erprobt.
Nachdem der Boden rund um das Schöpfwerk mit Platten ausgelegt, acht Faltbehälter für je 24.000 Liter Wasser aufgestellt und 2.150 Meter Riesenschläuche auf einer Strecke von rund 135 Metern Förderstrecke verlegt worden waren, hatte die Übung bereits ihr Ziel erreicht. Dass das Wasser am Ende tatsächlich mit einer Geschwindigkeit von 0,5 Kubikmetern pro Sekunde aus den Schläuchen in die Krückau sprudelte, war für THW-Übungsleiter Claus Böttcher fast schon nebensächlich. „Wasser pumpen können wir“, sagte er. Vielmehr sei es darauf angekommen, die gesamte Konstruktion und den Ablauf zu üben, beispielsweise darauf zu achten, dass der Raum zunächst intensiv erkundet und dann erst Bodenplatten verlegt werden oder Zuwege frei und genügend Parkplätze für Fahrzeuge zur Verfügung stehen.
Der Erfolg der Übung ist nicht nur für den Kreis Pinneberg und den benachbarten Kreis Steinburg von Bedeutung. Das Konzept „Notschöpf-System“ sieht vor, dass Komponenten für das Pumpensystem in ganz Schleswig-Holstein vorhanden und innerhalb von wenigen Stunden an verschiedensten Einsatzorten im Land sein können. In Schleswig-Holstein gibt es insgesamt 300 Schöpfwerke, davon fünf im Kreis Pinneberg. Durch einen Stromausfall, einen technischen Defekt oder Überlastung kann jedes einzelne von ihnen einmal ausfallen. Auf die Frage, was dann zu tun ist, gibt es jetzt verlässlichere Antworten.

Übungsbesuch (v.l.n.r.): Max Morschheuser vom THW-LV, Kreiswehrführer Stefan Mohr, Fachbereichsleiter Robert Schwerin, Landrätin Elfi Heesch und Staatssekretär Dr. Sönke Schulz
Medieninformation vom 02.03.2026
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