Fünf Projekte, ein klares Signal: Ländliche Entwicklung braucht starke AktivRegionen


Vorstand der AktivRegion beschließt Projekte mit Gesamtfördersumme von über 450.000 Euro

Im Rahmen ihrer jüngsten Vorstandssitzung hat die AktivRegion Pinneberger Marsch und Geest über eingereichte Förderanträge beraten und die Unterstützung von insgesamt fünf Projekten beschlossen. Die Vorhaben leisten auf unterschiedliche Weise einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Region und stärken die Lebensqualität vor Ort. Mit den Förderentscheidungen werden erneut wichtige Impulse für den ländlichen Raum gesetzt und das Engagement der lokalen Akteurinnen und Akteure unterstützt. Der Einsatz europäischer Fördermittel hat in den vergangenen Jahren vieles möglich gemacht. Doch genau diese Unterstützung steht nun auf dem Spiel. Aktuell wird auf europäischer Ebene über den EU-Haushalt ab 2028 verhandelt. Dabei zeichnet sich ab, dass die Förderung der ländlichen Entwicklung künftig deutlich anders ausgestaltet werden könnte. Die Sorge vieler AktivRegionen in Schleswig-Holstein: Weniger Geld, weniger Planungssicherheit und weniger Einfluss vor Ort. Viele Projekte konnten bislang nur deshalb umgesetzt werden, weil Kommunen, Vereine und Initiativen Unterstützung über das LEADER-Programm erhalten haben. Fehlen diese Mittel künftig oder werden sie deutlich reduziert, werden manche Ideen möglicherweise nicht mehr realisiert werden können. Die Frage lautet deshalb nicht, ob wir uns ländliche Entwicklung leisten können. Die Frage lautet, ob wir darauf verzichten können. Denn attraktive Ortskerne, lebendige Gemeinschaften, gute Nahversorgung, moderne Mobilitätsangebote und starke Vereine entstehen nicht von allein. Sie brauchen Menschen mit Ideen und die Möglichkeit, diese Ideen umzusetzen. 

In der Vorstandssitzung der AktivRegion machte das Projekt aus der Stadt Wedel den Anfang, das die Erstellung eines kommunalen Raumkonzeptes für die Bildungs- und Weiterbildungsstruktur sowie die Kultur- und Stadtteilarbeit vorsieht. Für insgesamt 12 Institutionen soll übergreifend ein Raumkonzept erarbeitet werden, das unterschiedliche Beteiligungs- und Abstimmungsprozesse beinhaltet. So werden Raumressourcen nachhaltig untersucht, genutzt und die einzelnen Bildungseinrichtungen vor Ort gestärkt. 

Ebenfalls auf breite Zustimmung stieß das Vorhaben aus der Gemeinde Kölln-Reisiek. Die Gemeinde plant eine Machbarkeitsstudie für ein zukunftsfähiges Feuerwehrgerätehaus unter genauer Betrachtung der Raumbedarfe und Arbeitsabläufe sowie der Lage, den Parkmöglichkeiten und der verkehrstechnischen Anbindung. So kann eine Entscheidungsgrundlage erarbeitet werden, um Maßnahmen zur Entwicklung eines Feuerwehrgerätehauses voranzutreiben und Standorte zu prüfen.

Ein weiterer Förderbeschluss entfiel auf den Antrag zur Generalentwässerungsplanung für die Gemeinden Prisdorf, Kummerfeld und Borstel-Hohenraden des Abwasser-Zweckverbands Südholstein (AZV Südholstein). Insgesamt fließen über 130.000 Euro Förderung in dieses Projekt. U.a. sollen hydraulische und strukturelle Schwachstellen systematisch erfasst und bewertet werden um die Resilienz der Entwässerungssysteme in Bezug auf das Niederschlagswasser ggü. Klimafolgen zu erhöhen.

Darüber hinaus unterstützten die Vorstandsmitglieder mit einem positiven Beschluss ein Projekt der Gemeinde Neuendeich, das die Errichtung eines Multifunktionsspielfeldes vorsieht (Förderung: 100.000 Euro). Die Fläche ist öffentlich zugänglich und kann zukünftig multifunktional für Basketball, Fußball, Handball oder Hockey genutzt werden. So wird die Ortsmitte attraktiviert sowie Begegnung und Austausch zwischen den Generationen gefördert. 

Abgerundet wurde die Auswahl der beschlossenen Vorhaben durch ein Projekt des Gut Haidehofs e.V., in dem eine Personalstelle als Agroforstmanager:in für 32 Monate gefördert wird. Die Teilzeitstelle setzt sich für die Pflege und den Aufbau der neuen Agroforstsysteme, sowie der Erstellung eines Agroforst-Bildungsprogramms, der Entwicklung eines Lehrpfades als auch der Weiterentwicklung als außerschulischen Lernort ein.

Mit den fünf positiven Förderbeschlüssen und einer Gesamtfördersumme von über 450.000 Euro und Gesamtkosten von über einer Million Euro unterstreicht die AktivRegion erneut ihre Rolle als Impulsgeberin für die regionale Entwicklung. Die beschlossenen Projekte zeigen die Vielfalt der Ideen und das große Engagement in der Region. „Jedes geförderte Vorhaben trägt dazu bei, unsere Dörfer und Gemeinden lebenswerter, zukunftsfähiger und attraktiver zu gestalten“, betont der Vorsitzende der AktivRegion, Dr. Frank Schoppa.

Deshalb setzen sich die AktivRegion gemeinsam mit der Akademie für die Ländlichen Räume e.V. (ALR) und dem Schleswig-Holsteinischen Gemeindetag mit einem gemeinsamen Positionspapier dafür ein, dass die ländliche Entwicklung auch künftig ein fester Bestandteil der europäischen Förderpolitik bleibt. Sie fordern ein eigenständiges Budget für die ländliche Entwicklung, ausreichende finanzielle Mittel für die Regionen sowie den Erhalt des LEADER-Ansatzes. Denn eines ist aus Sicht der Verantwortlichen klar: Die Zukunft unserer Dörfer und Gemeinden wird nicht irgendwann entschieden – sie wird jetzt entschieden. 

Das Positionspapier und weitere Berichterstattungen sind auf der Website der ALR unter https://alr-sh.de/ zu finden.

Für weitere Informationen steht das Regionalmanagement jederzeit gerne unter info@aktivregion-pinneberg.de oder telefonisch unter 04821 / 9496 32 30 zur Verfügung. Die Antragsformulare zum Förderprogramm stehen unter https://www.aktivregion-pinneberg.de/antragsunterlagen bereit. 


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Pressemitteilung AktivRegion Pinneberger Marsch und Geest e.V. vom 02.11.2026


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