Wenn der Strom ausfällt: Katastrophenschutz übt bei und mit dem Unternehmen Peter Kölln


Was passiert, wenn bei einem großflächigen und langanhaltenden Stromausfall auch Produktion, Lagerung und Transport von Lebensmitteln beeinträchtigt sind? – Auf dieses Szenario bereitet sich der Katastrophenschutz im Kreis Pinneberg vor. Die Energieversorgungs-Einheit im Katastrophenschutz hat jetzt bei der Firma Peter Kölln praktisch erprobt, wie das Elmshorner Werk bei einem Stromausfall mit Notstrom versorgt werden kann.

Vor Ort dabei auf dem Werksgelände am Elmshorner Hafen waren auch Innenministerin Magdalena Finke und Justus Schmitt, stellvertretender Landrat im Kreis Pinneberg. Die beiden informierten sich zum einen über den erfolgreichen Einsatz der drei mobilen Netzersatzanlagen (NEA) mit je 250 Kilovoltampere (kVA), die das Land Schleswig-Holstein dem Katastrophenschutz der Kreise zur Verfügung stellt. Um die notwendige Leistung bereitzustellen, sind Anlagen aus den Kreisen Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen genutzt worden. Diese bilden zusammen das 3. Modul Energieversorgung des Landeskatastrophenschutzes Schleswig-Holstein.

„Wir müssen alle gemeinsam auf mögliche Krisen- und Notsituationen vorbereitet sein. Deshalb sind solche Übungen von entscheidender Bedeutung. Eine funktionierende Notstromversorgung ist ein zentraler Baustein für einen widerstandsfähigen Bevölkerungsschutz“, sagt Innenministerin Magdalena Finke. „Das Land unterstützt die Kreise und Kommunen deshalb schon seit mehreren Jahren umfangreich auch mit der entsprechenden Ausstattung.

Zum anderen legten sie den Fokus darauf, wie in Notlagen Wirtschaft und staatliche Institutionen zugunsten der Bevölkerung kooperieren können. Innenministerin Magdalena Finke: „Diese Übung zeigt zugleich, worauf es im Ernstfall ankommt: Staatliche Stellen, Hilfsorganisationen und Unternehmen müssen vorbereitet sein und ihre Zusammenarbeit vorher erprobt haben. Genauso wichtig ist natürlich auch die persönliche Vorsorge jeder und jedes Einzelnen.“

Hintergrund der Übung ist eine Vorplanung des Katastrophenschutzes: Sollte es zu einem langanhaltenden und großflächigen Stromausfall kommen und sollten gleichzeitig die üblichen Versorgungswege erheblich beeinträchtigt sein, könnte das Kölln-Werk in Elmshorn für die Versorgung der Bevölkerung im Kreis eine wichtige Bedeutung bekommen. Bei der Notstromversorgung käme dann die Energieversorgungs-Einheit im Katastrophenschutz zum Einsatz. Ihr gehören sowohl Kräfte des Technischen Hilfswerks als auch von Feuerwehren aus dem Kreis Pinneberg an.

„Katastrophenschutz heißt, sich mit Situationen zu beschäftigen, von denen wir hoffen, dass sie niemals eintreten“, sagt der stellvertretende Landrat Justus Schmitt. „Dazu gehört auch, sehr konkret zu überlegen: Welche Ressourcen haben wir im Kreis, welche Partner brauchen wir und was muss technisch funktionieren, wenn der Strom tatsächlich für längere Zeit ausfällt. Genau das üben wir nicht nur auf dem Papier, sondern unter realistischen Bedingungen.“



Für das Unternehmen Peter Kölln ist die Beteiligung an den Vorbereitungen Teil der Verantwortung als großes Unternehmen in der Region.

„Wir sind seit mehr als 200 Jahren in Elmshorn zu Hause und deshalb der Region eng verbunden“, sagt Dr. Friederike Driftmann-Egelhof, Vorsitzende der Geschäftsführung von Peter Kölln. „Wenn unsere Produkte in einer außergewöhnlichen Notlage einen Beitrag zur Versorgung der Menschen leisten können, wollen wir gemeinsam mit dem Kreis und den Hilfsorganisationen die Voraussetzungen dafür schaffen. Diese Übung hilft uns herauszufinden, was technisch funktioniert und worauf wir im Ernstfall vorbereitet sein müssen.“

Die Kooperation zwischen dem Elmshorner Unternehmen und dem Katastrophenschutz ist ein Ergebnis der kontinuierlichen Arbeit in der Ansprechgruppe Katastrophenschutz, die seit 2022 in enger Abstimmung zwischen Verwaltung, Hilfsorganisationen und Unternehmen der kritischen Infrastrukturen die Planungen für Notlagen vorantreibt. Robert Schwerin, Fachbereichsleiter Bevölkerungsschutz beim Kreis Pinneberg, hat die Ansprechgruppe ins Leben gerufen und koordiniert deren Arbeit. „Mein großer Dank gilt den Hilfsorganisationen im Kreis Pinneberg, die sich mit führenden Kräften an der Ansprechgruppe Katastrophenschutz beteiligen und monatlich an den Treffen teilnehmen, um die Zusammenarbeit zu stärken und strukturell zu verankern.“ Er betont: „Der wichtigste Schutz in Krisenlagen wie einem Blackout ist die Selbstversorgung der Bevölkerung. Alle Menschen sollten so mit Vorräten ausgestattet sein, dass sie sich mindestens fünf Tage selbst versorgen können. Denn: Bis staatlichen Hilfssysteme für die Lebensmittelversorgung greifen können, braucht es Vorlauf“

Die Bevölkerung sollte also selbst Vorsorge treffen, indem sie Lebensmittel und wichtige Medikamente für mehrere Tage zu Hause bereithält. In einer größeren Schadenslage müssen sich Einsatzkräfte und Behörden vorrangig um akute Gefahren und besonders hilfsbedürftige Menschen kümmern. Die mögliche Nutzung der bei Kölln vorhandenen Lebensmittel ist deshalb als zusätzliche Rückfallebene für eine außergewöhnliche und langanhaltende Notlage gedacht.

Mehr Informationen zum Thema Selbstschutz und Vorsorge im Kreis Pinneberg gibt es auf der Seite https://sei-bereit.kreis-pinneberg.de
  
 
Medieninformation vom 21.09.2026


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