Drostei zeigt Pontoppidan und Theen

Dr. Thomas Gädeke vom Landesmuseum Schleswig-Holstein führte anlässlich der Vernissage wie immer sachkundig in die aktuelle Ausstellung der Stiftung Landdrostei ein. Stefanie Fricke, künstlerische Leiterin des Hauses begrüßte zahlreiche Gäste, Kreispräsident Burkhard E. Tiemann sparte nicht an Lob für die Ausstellung, die noch bis zum 31. Juli 2016 in der Drostei in Pinneberg zu sehen sein wird: „Abseits der Moderne. Ein Künstlerpaar“. Die Pianistin Shin-Heae Kang brillierte mit ihrem virtuosen Klavierspiel auf dem Steinway-Flügel der Drostei.

Kreispräsident Tiemann, Stefanie Fricke, Dr. Thomas Gädeke sowie der Enkel des Künstlerpaares (v.r.)Hedda Pontoppidan (1912–2013) und Lutz Theen (1913–2001) waren begeisterte Schüler des expressionistischen Malers und Theatermanns Hans Holtorf, den sie 1930 für mehrere Jahre an die Flensburger Förde begleiteten. Nach Pontoppidans vertiefender künstlerischer Ausbildung in München und Theens zweijährigem Studienaufenthalt in China sowie anschließendem Kriegsdienst heiratete das Künstlerpaar und entschloss sich zu einem Leben auf dem schleswig-holsteinischen Land. Dort entstanden ihre an der sichtbaren Welt orientierten Arbeiten, welche Porträts und Figurenbilder ebenso einschließen wie Stillleben. Vor allem die Landschaft ihrer Wahlheimat wussten sie auf Gemälden und Zeichnungen treffend zu bannen. Die Künstler beschritten diesen Weg in bewusstem Gegensatz zur abstrakt und subjektiv gehaltenen Moderne der Nachkriegszeit. Damit zählen sie zu Bereitern heutiger realistischer Malerei im Norden, so Gädeke.

Pianistin Shin-Heae KangGemeinsam mit dem Kreispräsidenten eröffnete Stefanie Fricke die Ausstellung, die das Lebenswerk des Malerehepaares erstmals umfassend ausbreitet. Von der Lehrzeit bei Hans Holtorf im Geist des Expressionismus ausgehend wird die Entwicklung beider Künstler zu einer malerisch anspruchsvollen Natursicht in Akt- und Portraitmalerei sowie der Darstellung der norddeutschen Landschaft in hervorragenden Bildern aufgezeigt. Wie sehr die Künstler, die einen in ihrer Generation unzeitgemäßen Sonderweg gingen, an der Entwicklung der Moderne Anteil nahmen, wird an ihren Texten deutlich, die in der gleichzeitig im Deutschen Kunstverlag erscheinenden Monographie von Dr. Thomas Gädeke abgedruckt sind.

 
Pressemitteilung vom 11.07.2016
Büro des Kreispräsidenten