90 Jahre Patenschaft für Deutsche Minderheit in Hadersleben

Eine Delegation aus Kreistagsabgeordneten und Vertretern von Verbänden aus dem Kreis Pinneberg hat am Wochenende die Stadt Hadersleben in Dänemark besucht. Vor 90 Jahren hat der Kreis eine Patenschaft für die Deutsche Minderheit in Hadersleben und Umgebung übernommen. Nun wurde das Jubiläum mit zahlreichen Angehörigen der Minderheit im Deutschen Ruderclub Hadersleben gefeiert. Angelika Feigel, Vorsitzende nicht nur des Ruderclubs, sondern auch Bezirksvorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), der die Minderheit im südlichen Teil Dänemarks vertritt, begrüßte die Gäste aus Deutschland und stellte den Ruderclub vor. Dieter Hallmann, ehemaliger Schulleiter der Deutschen Schule in Hadersleben, für die der Kreis ebenfalls eine Patenschaft übernommen hat, gab einen historischen Rückblick auf die beiden freundschaftlichen Verbindungen.

Kreispräsident Burkhard E. Tiemann dankte für die Einladung mit einer Urkunde des Kreises und machte deutlich, dass diese beiden Patenschaften zu guten Kontakten nicht nur zur Deutschen Minderheit, sondern auch zur Dänischen Bevölkerung geführt hätten.

90 Jahre Patenschaft für Deutsche Minderheit in HaderslebenAnlässlich der Feierlichkeiten für 250 Jahre Drostei werde es eine Kunstausstellung geben, an der Künstler aus dem Kreis Pinneberg, aber auch Dänische Künstler vom Flensborg Fjords Kunst- og Kulturforening teilnehmen werden. Die Ausstellung wird zunächst in der Drostei und anschließend im Gamle Havne Contor und im Rathaus in Hadersleben gezeigt werden. Tiemann dankte der Künstlerin Karin Baum, die auf dänischer Seite für die Regionalschau verantwortlich ist, mit einem Bildband.

Anke Spoorendonk, Ministerin für Justiz und Europa, hatte es sich nicht nehmen lassen, ein schriftliches Grußwort zu übermitteln und Tiemann gebeten, es zu verlesen. Außerdem hatte der Schleswig-Holsteinische Landkreistag eine Grußbotschaft entsandt, die von der stellvertretenden Kreispräsidentin Sabine Schaefer-Maniezki verlesen wurde. Maren Groth vom Kreisheimatverband überbrachte Grüße von dessen Vorsitzenden Otto Leverköhne und überreichte 250 Euro für die Arbeit der Deutschen Minderheit.

Für die Vertreter von CDU, Bündnis 90/Die Grünen, Piraten, Die Linke und KWGP stellte der Patenschaftsbesuch eine neue Erfahrung dar. Für den ehemaligen Verleger und Historiker Dieter Beig sowie Andreas Dirbach, ehemaliger Vorsitzender des Kreisjugendringes war der Besuch einer von vielen in Hadersleben.

So wurde bis in die Nacht diskutiert, gegessen und getrunken, und lange nach Mitternacht traf die Delegation wieder in Pinneberg ein. Einhellige Meinung bei den Paten: Solch herzliche Kontakte müssen gepflegt werden. Wie hatte die Europaministerin es in ihrem Grußwort ausgedrückt: „Ich kann Sie alle nur bitten, an dieser Freundschaft festzuhalten“. Sie halte solche Verbindungen und Kontakte in Europa für sehr wichtig, denn sie trügen zum guten Miteinander der Menschen jenseits von Staatsgrenzen bei. Diese patenschaftliche Freundschaft bilde mit ihren Aktivitäten ein wertvolles Mosaiksteinchen des Vertrauenskapitals der deutsch-dänischen Beziehungen.

 
Pressemitteilung vom 10.10.2016
Büro des Kreistages