Bus-Sammelpunkte für Evakuierungen in der Haseldorfer und Seestermüher Marsch


Einprägsames Logo an Bushaltestellen in der Marsch montiert

Landrat Dr. Wolfgang Grimme und Jürgen Lamla, Geschäftsführer der Kreisverkehrsgesellschaft in Pinneberg mbH (KViP) haben heute das erste Schild an einem Bus-Sammelpunkt in der Marsch installiert. Insgesamt werden in den kommenden Tagen diese Schilder an 58 Haltestellen in der Haseldorfer und Seestermüher Marsch angebracht. Diese Punkte sind bei einer Evakuierung wichtige Anlaufstellen vor allem für Menschen ohne Auto. Den Transport übernehmen Busse der KViP.

Flu(ch)t-PunktSturmfluten und Deichbrüche sind eine der Hauptrisiken im Kreis Pinneberg. Doch es handelt sich um ein Szenario, auf dass man sich gut vorbereiten kann. Der Landrat des Kreises Pinneberg hat unter anderem deshalb - einmalig in Schleswig-Holstein - einen Sonderbereich Evakuierung in Führungsstab des Kreises Pinneberg eingerichtet. Im Führungsstab fällt im Ernstfall die Entscheidung zur Evakuierung von überschwemmungsbedrohten Teilen der Marschen.

Es gibt bereits seit vielen Jahren einen Sonderplan Deichverteidigung im Rahmen der Katastrophenschutzplanungen des Kreises. Dieser Plan ist allerdings in die Jahre gekommen und wurde in den vergangenen Monaten in einer extra eingerichteten Arbeitsgruppe, in der Kreis, Hilfeleistungsorganisationen, Behörden und die Leitstelle zusammenarbeiten, überarbeitet. Dazu zählte auch die Planung einer möglichen Evakuierung der Bevölkerung aus der Marsch.

Besonders kritisch wird die Verkehrsituation im Falle einer Evakuierung eingeschätzt. Nach den neuen Planungen geht der Kreis davon aus, dass 80 Prozent der Bevölkerung sich selbst evakuieren, sie fahren dann mit eigenen KFZ aus dem Gebiet. Um ein Verkehrschaos möglichst zu vermeiden, wurden in Zusammenarbeit mit Polizei und Straßenverkehrsamt KfZ-Fluchtrouten entwickelt. Rund 20 Prozent der Bevölkerung soll zukünftig mit Bussen aus den Gebieten gefahren werden. Die Planungen hierfür entstanden in Zusammenarbeit mit der KViP. Im Evakuierungsfall stellt sie Fahrer und Fahrzeuge zur Verfügung, um die gekennzeichneten Sammelpunkte in vorher festgelegter Reihenfolge anzufahren.

Dr. Wolfgang Grimme lobte heute die gute Zusammenarbeit mit der KViP. Über 8000 Euro investiert die KViP in die Ausstattung der Bushaltestellen mit den zusätzlichen Schildern. Das Logo, welches heute installiert wurde, hat die Firma Web-Werbung-Visionen ziehmy.de aus Uetersen entwickelt. Der Geschäftsführer Thorsten Ziehm ist in der Marsch aufgewachsen und hat dadurch schwere Sturmfluten mit Überschwemmungen miterlebt. Er ist außerdem seit vielen Jahren für die KViP tätig und verfügt über umfangreiches Hintergrundwissen rund um den ÖPNV.

Das Land Schleswig-Holstein gibt in den kommenden Wochen eine neue Broschüre zum Thema Sturmflut heraus. Der Kreis Pinneberg hat für diese Broschüre eine Notfallbeilage erstellt, die zusammen mit den Routenkarten an die Bevölkerung in der Marschregion verteilt wird.

Ergänzende Informationen zu den Bus-Sammelpunkten sowie zum Logo finden Sie im Internet unter http://www.flut-punkt.de/.

 
Pressemitteilung vom 05.03.2008