Partnerschaftsbesuch aus dem Rayon Selenogradsk

 



Partnerschaftsbesuch aus dem Rayon Selenogradsk

Als Tage, die „nachhaltigen Eindruck“ hinterlassen hätten, bezeichnete Landrat Valerij Gubarov aus dem Rayon Selenogradsk die Begegnung mit den Partnern aus dem Kreis Pinneberg. Kreispräsident Burkhard E. Tiemann hatte ein straff gefülltes Besuchsprogramm zusammen gestellt, das am Samstag morgens mit dem Besuch des Selbsthilfetages in Pinnebergs Rathauspassage begann und nach 23 Uhr in der Dittchenbühne in Elmshorn endete.

PM 2012-05-16Gemeinsam mit Landrat Gubarov waren Dumapräsident Sergej Kulakov, die Chefärztin des Krankenhauses in Selenogradsk, Elena Kutscherenko sowie Dolmetscherin Anastassja Fjodorowa nach Pinneberg gekommen. Der Sebsthilfetag sei eine völlig neue Erfahrung für die russischen Partner. In Russland gebe es nichts Vergleichbares. Darum zeigte sich Kutscherenko besonders interessiert an der Freiwilligenarbeit, die im Kreis Pinneberg vom Roten Kreuz unter der Leitung von Kerstin Kreuzhage koordiniert wird. 25 Selbsthilfegruppen aus dem ganzen Kreisgebiet hatten sich vorgestellt.

Sie wollen betroffene Menschen auf die diversen Angebote aufmerksam machen, und auch Kreispräsident Tiemann, der die Ausstellung eröffnete, will mithelfen, das Thema Selbsthilfe noch mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Die zahlreichen Gruppen hätten im Laufe der Jahre vielen Erkrankten und auch deren Angehörigen geholfen, ihnen Informationen zugänglich gemacht, neue Perspektiven aufgezeigt und damit letztendlich neuen Lebensmut gegeben. Gerade in der heutigen Zeit, in der die menschliche Isolation zunehme, sei eine Selbsthilfegruppe für viele ein Ort, an dem er sich über seine Ängste, Nöte und Sorgen austauschen könne, erklärte Tiemann.

Der offene Gedankenaustausch über die Verarbeitung ihrer Erkrankung wirke für viele Betroffene oft befreiend und könne Mut machen, sich schwierigen Lebenssituationen zu stellen, die durch Krankheiten oder andere Schicksalsschläge verursacht worden seien. „Das Gefühl, in solch einer schwierigen Situation nicht allein zu sein ist unbezahlbar und für den einzelnen Betroffenen von existenzieller Bedeutung“, so der Kreispräsident in seiner Eröffnungsrede. Er bedankte sich bei Kreuzhage und ihren Mitstreitern und sprach den Betroffenen Mut zu und wünschte ihnen Kraft für ihr bürgerschaftliches Engagement.

Am Nachmittag führten die Präsidenten Tiemann und Kulakov sowie die Landräte beider Partner Stolz und Gubarov, die stellvertretende Kreispräsidentin Martina Kaddatz, der stellvertretende Landrat Lutz Degener sowie Vertreter des Vereins Selenogradsk und der Kreisgemeinschaft Fischhausen intensive Gespräche über das Partnerschaftsprotokoll, das im August in Russland fortgeschrieben werden soll. Wichtigste Neuerungen im Protokoll werden die touristische Verwertung der archäologischen Funde einer Wikingersiedlung in Selenogradsk, die Unterstützung durch den Kreis Pinneberg beim Aufbau eines modernen Krankentransportwesens und einer Jugendfeuerwehr in Selenogradsk sowie die bessere Förderung der Partnerschaftsvereine sein.

Nach der „Kopfarbeit“ ging es zu Fuß zum Samlandmuseum. Hier waren die russischen Gäste beeindruckt von der Vielzahl bei der Flucht geretteter Exponate. Den Abschluss des Besuchtages bildete der Besuch der neuen Kreisverwaltung in Elmshorn und des Forum Baltikum. Vereinschef Reimar Neufeldt zeigte den russischen Gästen stolz das Theater der Dittchenbühne, den Kindergarten und die Krippe des Mehrgenerationenhauses. Beim anschließenden Austausch von Gastgeschenken hatten sich beide Seiten auf Kunst festgelegt. Während die deutschen Gastgeber Originale der russischen Künstlerin Ludmilla Igumnova erhielten, überreichte Tiemann den russischen Gästen handsignierte Kunstdrucke des Wedeler Künstlers Ole West.

V.i.S.d.P.
Büro des Kreistages


Foto (vor der Drostei Pinneberg) von links: Valerij Gubarov, Lutz Degener, B.E. Tiemann, Sergej Kulakov, Hauptausschussvorsitzende Heike Beukelmann, Steffen Hansch (Verein Selenogradsk), Martina Kaddatz, Anastassja Fjodorowa, Klaus Lunau (Kreisgemeinschaft Fischhausen)