Radverkehrskonzept für den Kreis Pinneberg verabschiedet


Radverkehrskonzept für den Kreis Pinneberg

Der Kreistag hat in seiner letzten Sitzung das Radverkehrskonzept für den Kreis Pinneberg verabschiedet. Die Kreisverwaltung hatte im vergangenen Jahr das Büro ARGUS Stadt und Verkehr aus Hamburg mit der Erstellung eines entsprechenden Konzeptes beauftragt. Inhaltlich ging es im Wesentlichen darum, die vorhandenen Radwege im Kreisgebiet aufzunehmen, anhand unterschiedlicher Kriterien zu bewerten und eine Liste zu erarbeiten, nach welcher Priorität die sich abzeichnenden Baustellen abgearbeitet werden sollten. Darüber hinaus sollte aufgezeigt werden, an welchen Stellen ein „Lückenschluss“, also der Bau eines Radweges wichtig wäre.


20200707 PM Bild 2 Birgit Schucht

Dieses Konzept hat ARGUS Ende April vorgelegt. Nach Beratungen mit der dafür eingerichteten Projektgruppe und im Fachausschuss für Wirtschaft, Regionalentwicklung und Verkehr hat der Kreistag das Radverkehrskonzept am 24. Juni fast einstimmig beschlossen. Eingeflossen in die Bewertung der Radwege ist auch eine Online-Beteiligung, die das Büro im Herbst vergangenen Jahres in einem Zeitraum von 3 Wochen durchgeführt hat. Die Beteiligung mit weit über 4.000 Mängelmeldungen war überwältigend, zeigte aber auch einen großen Sanierungs- und Veränderungsbedarf auf. Diesen gilt es in den nächsten Jahren aktiv umzusetzen.


Dabei bestehen unterschiedliche Zuständigkeiten. Für die Umsetzung an Gemeindestraßen sind die jeweiligen Kommunen, an Kreisstraßen der Kreis selbst und an Landesstraßen der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr (LBV) verantwortlich. Dabei nimmt der Kreis seine Verantwortung in doppelter Hinsicht wahr. Die Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur in den Kommunen des Kreises wird seit diesem Jahr und für die nächsten drei Jahre mit jeweils 1 Mio. Euro jährlich gefördert. Für die Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur an Kreisstraßen hat die Politik zusätzlich noch einmal eine halbe Million Euro jährlich bereitgestellt.

Darüber hinaus ist der Kreis bereits seit einiger Zeit aktiv dabei, als Verkehrsbehörde die Aufhebung von Radwegebenutzungspflichten zu überprüfen. Das heißt, wenn Radwege aufgrund Ihrer Beschaffenheit – Breite, schadhafte Fläche, schlechte Wegeführung – eine Gefährdung der Radfahrenden verursacht, können diese auch „legal“ auf die Straße ausweichen.

Das machen bereits heute viele Radfahrende aus eigener Überzeugung, dieses Verhalten ist jedoch nicht erlaubt und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Ganz aktuell ist die Benutzungspflicht des Radweges an der Kreisstraße 11 zwischen Uetersen und Heidgraben aufgehoben worden und die Radfahrenden dürfen auf der Straße fahren. Weitere Aufhebungen der Benutzungspflichten sind bereits in Planung, wie an der K 10 in Kölln-Reisiek – hier soll ein Schutzstreifen eingerichtet werden -  und an der K 21 in Kummerfeld und Pinneberg. Alles Radwege, die auch im Rahmen der Online-Beteiligung als verbesserungsnotwendig genannt wurden. Die Aufhebung der Benutzungspflicht von Radwegen ist natürlich kein Allheilmittel und entbindet die Verantwortlichen nicht, von ihrer Verpflichtung, schadhafte Streckenabschnitte zu sanieren.

Es ist aber ein kurzfristig umzusetzendes und kostengünstiges Mittel, um schnelle Verbesserungen für den Radverkehr zu erzielen und den Anteil an Modal Split insgesamt zu erhöhen. Genau dies ist das Gesamtziel des Kreises.

Die Einflussmöglichkeiten des Kreises sind natürlich auf den Streckenabschnitten begrenzt, an denen das Land für die Sanierung zuständig ist. „Wir werden aber auf jeden Fall in Gespräche einsteigen. Das jetzt vorliegende Radverkehrskonzept bildet dafür eine gute Grundlage“ so das Resümee von Birgit Schucht als verantwortliche Projektleiterin für das Radverkehrskonzept:

„Das Radverkehrskonzept ist ein erster Baustein einer langfristig angelegten Strategie zur Förderung des Radverkehrs im Kreis Pinneberg. Diese gilt es jetzt fortzusetzen. Ich bin sehr dankbar, dass Kreispolitik und Verwaltung hier vertrauensvoll und konstruktiv zusammenarbeiten und gemeinsam an einem Strang ziehen.“ so Schucht weiter.

Interessierte finden das Radverkehrskonzept auf der Kreisseite www.kreis-pinneberg.de unter dem Stichwort  Radverkehrsinfrastruktur.

 
Pressemitteilung vom 07.07.2020