Kulturpreise 2016 gehen an Marion Inge Otto-Quoos und Anders Petersen


Kulturpreis 2016

Landrat Oliver Stolz, Marion Inge Otto-Quoos, Anders Petersen, Kreispräsident Burkhard E. Tiemann

Im Rahmen einer von der Kulturpreisjuryvorsitzenden Stefanie Fricke einberufenen Pressekonferenz wurden die Preisträger des Jahres 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die feierliche Kulturpreisverleihung fand am 6. November 2016 in der Landdrostei Pinneberg statt.


Anders Petersen wurde in diesem Jahr der mit 5.000,- € dotierte Anerkennungspreis verliehen

Geboren ist Anders Petersen 1959 in Elmshorn und dort aufgewachsen in einer Künstlerfamilie. Sein Studium der freien Kunst begann er in Kiel an der Muthesius-Kunsthochschule und schloss es ab an der Myndlista-og Handidaskoli Reykjavik auf Island. Seit 1998 lebt Anders Petersen mit seiner Familie in Hamburg und unterhält in seiner Heimatstadt Elmshorn sein Atelier und seine Werkstatt.

„Anders Petersens Arbeiten scheinen nicht von dieser Welt zu stammen: Keine Figur, keine Perspektive, kein Stilleben, nur leichte Anmutung von Landschaft, gebunden in der atmosphärischen Einheit von Ruhe und Bewegung. Die weiten, gestisch gemalten Farbflächen führen die Malhandlung vor und zeigen die Grenzenlosigkeit der Bildgrenzen auf. Der Künstler beschleunigt unsere Betrachtung: Seine Bilder dringen langsam ein und wirken lange nach, eine zentrale Kategorie ist die Zeit.“

Konsequent verfolgt Anders Petersen ein Kunstkonzept, das zugleich malerische, plastische und grafische Elemente enthält und damit die Enge aller klassischen Genres weit hinter sich lässt.

Seine Arbeiten werden international gezeigt und sind in zahlreichen bekannten Sammlungen vorhanden.

Marion Inge Otto-Quoos (mioq) wurde der diesjährige Förderpreis in Höhe von 2.500,- € verliehen

Geboren ist mioq 1958 in Hamburg, lebt und arbeitet in Rellingen. Konzeptionelles Arbeiten ist die Grundlage für die Umsetzung ihrer künstlerischen Ideen. Sie lässt sich auf eine feinsinnige, genau beobachtende, kritisch hinterfragende Forschungsarbeit in und mit der Kunst ein. Diese Arbeitsweise und das besondere Interesse an interdisziplinären Aktionen und Projekten ist die Basis für ihre künstlerische Arbeit in der Alltagswelt.

Kontinuierlich forscht sie dem Themenbereich des „dazwischen“ nach - mit facettenreichen Ergebnissen in Material, Technik, Medium und Form. Es finden sich in Ihrem Werk sowohl Fotografien, Videos, Projektionen, Assemblagen und Performances als auch Objekte und Installationen.

Sie spiegeln die Vielschichtigkeit des Lebens wider, sie thematisieren die Welt zwischen den Extremen, zwischen Anfangs- und Endpunkt, zwischen Schwarz und Weiß: Da, wo Leben ist.

Sie beschreibt sich selbst als Geschichtensammlerin. Sie nimmt etwas wahr, sammelt es ein und gibt es transformiert in ihren Installationen, Objekten und Fotoarbeiten an die Rezipienten zurück.

Die Kommunikation, Interaktion und Kooperation zwischen ihrer Kunst und dem Betrachter sind hierbei gleichermaßen Weg zum Ziel, Gegenstand der Betrachtung wie auch Forschungsergebnis.

Deshalb erzählt mioq ihre künstlerischen Geschichten häufig mit Humor und interaktiven Elementen, denn für sie ist das Leben im Wesentlichen ein sozialer Prozess. Diesen Prozess auch gemeinsam mit den Adressaten ihrer Kunst und Künstlerkollegen zu reflektieren, ist ein elementarer Bestandteil ihrer Arbeit – auch vor Ort im atelier.kunstremise.mioq in Pinneberg.

Eben da, wo Leben ist.