Integration

Was sagen Nachbarn und Bekannte?

Ein Pflegekind aufzunehmen ist ein ungewöhnliches Vorhaben. Nichteingeweihte reagieren oft ungeschickt, manchmal sogar verletzend. Es hilft Ihnen und Ihrem Pflegekind, wenn Verwandte, Freunde und Nachbarn Ihren Entschluss akzeptieren und unterstützen. Ein Pflegekind hat viel größere Chancen, in seiner Umgebung zurecht zu kommen, wenn es überall willkommen ist. Gehen Sie mit Ihrem Pflegekind einfach so selbstverständlich und alltäglich um wie mit Ihren eigenen Kindern. Das versteht sogar Ihr schwierigster Nachbar.

Pflegekinder leben sich in drei Phasen ein.

a) Anpassungsphase

Zu Beginn zeigt sich das Kind sehr angepasst. Es bemüht sich, es allen in der Familie recht zu machen, um angenommen und geliebt zu werden. Die Pflegeeltern erleben diese erste Phase meist als sehr harmonisch, die bisherigen Regeln und Werte im Zusammenleben der Familie haben noch Gültigkeit.

b) Phase der Konfliktwiederholung

Hat das Kind an Vertrauen gewonnen, wagt es, seine früheren Erlebnisse und Verhaltensweisen in die Pflegefamilie einzubringen. Es signalisiert den Pflegeeltern damit, wo seine Probleme liegen. Das Kind legt öfter ein Verhalten an den Tag, das zu Missverständnissen und Schwierigkeiten führt. Die Regeln und Werte der Pflegefamilie werden in Frage gestellt. Jetzt kommt es darauf an, die Verhaltensweisen des Kindes richtig zu sehen - aus seiner persönlichen Geschichte. Die neuen Eltern müssen Verständnis zeigen, neue Maßstäbe und neue Orientierung geben. Diese Phase wird meistens von der ganzen Pflegefamilie als sehr belastend erlebt.

c) Phase des Beziehungsaufbaus

In dieser Phase hat das Kind eine gewisse Sicherheit gefunden. Meist dann, wenn es seine Eindrücke von der Herkunftsfamilie und der Pflegefamilie zu einer Einheit formen kann. Sind tragfähige Beziehungen aufgebaut, besteht die Chance, dass das Kind sich an die Pflegefamilie bindet und sein oftmals auffälliges Verhalten positiv verändert.