Adoption

Die Adoption ist - neben der Vermittlung in eine Pflegefamilie - eine weitere Möglichkeit der Hilfe für Eltern, die ihr Kind nicht selbst erziehen wollen oder können. Auch für einige Kinder aus dem Ausland werden Adoptiveltern gesucht. Der gravierendste Unterschied zwischen Dauerpflege und Adoption ist, dass bei einer Adoption die Rechte der abgebenden Eltern an ihrem Kind an die Adoptiveltern übergehen. Bei Dauerpflege bleiben die leiblichen Eltern weiterhin ein fester Bestandteil im Leben ihres Kindes.

Unser Team nimmt schwerpunktmäßig folgende Aufgaben wahr:

Vorbereitung der Adoption

Wir beraten, informieren und unterstützen, wenn ein Kind nicht behalten werden kann oder soll.

Die Einwilligung in die Adoption durch die abgebenden Eltern ist frühestens 8 Wochen nach der Geburt möglich. In der Regel dauert das Adoptionsverfahren ca. 1,5 Jahre.

Unter Einbeziehung der Interessen der abgebenden Mütter und Väter unterstützen wir den Informationsaustausch zwischen ihnen und den Adoptivbewerbern. Dabei ist das Inkognito nachrangig beziehungsweise von den Wünschen der abgebenden Eltern abhängig. Von Namensnennung und Adressabgabe wird nach Möglichkeit abgesehen.

Ein persönliches Kennenlernen von abgebenden Eltern und Adoptiveltern ist wünschenswert, aber keine Bedingung.

Beratung und Prüfung von Adoptivbewerbern

Interessierte Adoptivbewerber werden von der Adoptionsvermittlungsstelle in einem Vorgespräch individuell über ihr Anliegen informiert und beraten.

Daran schließt sich die Teilnahme an einem Informationskurs an. In diesem Kurs geht es unter anderem darum, den bestehenden Entschluss, ein Kind zu adoptieren, zu überprüfen.

Sofern Bedarf an Adoptivbewerbern besteht, folgen nach der Kursteilnahme mehrere Gespräche mit einer unserer Mitarbeiterinnen, welche danach einen Bericht erstellt.

Begleitung des Kindes während der Adoptionspflege

Vorrangiges Arbeitsziel unseres Teams ist die Entstehung neuer Eltern-Kind-Verhältnisse zwischen den Adoptiveltern und den zur Adoption freigegebenen Kindern durch die Annahme als Kind. So werden durch uns für ein bestimmtes Kind Eltern gesucht, die sich auch umfassend mit seiner Herkunftsgeschichte auseinandersetzen wollen. Sind diese ausgewählt, kommt es zunächst zu einzelnen Gesprächen über die Situation der abgebenden Familie.

Entscheiden sich die Adoptionsbewerber für die Annahme als Kind und liegt die notarielle Einwilligungserklärung der leiblichen Eltern vor, nehmen diese das Kind zunächst bei sich auf. Diese Zeit bis zum endgültigen Abschluss der Adoption nennt sich Adoptionspflege. Für die Zeit der Adoptionspflege übernimmt das Jugendamt die Amtsvormundschaft, tritt also für die rechtl. Vertretung des Kindes ein. In dieser Zeit wird das Kind in seiner neuen Familie durch die Adoptionsvermittlungsstelle begleitet.

Frühestens nach einem Jahr kann dann der Antrag auf Adoption beim Vormundschaftsgericht gestellt werden. Durch den Beschluss des Vormundschaftsgerichts wird das Adoptionsverfahren abgeschlossen.

Mitwirkung bei Auslandsadoptionen

Auslandsadoptionen werden meist federführend durch eine anerkannte Auslandsvermittlungsstelle in freier Trägerschaft durchgeführt.

Bei einer Auslandsadoption arbeiten wir in der Regel mit der entsprechenden Auslandsvermittlungsstelle zusammen.

Nach der Vermittlung eines Kindes aus dem Ausland beginnt auch hier die Adoptionspflege. Die Betreuung des Kindes in Deutschland wird meistens von der Adoptionsvermittlungsstelle des zuständigen Jugendamtes durchgeführt. Anschließende für das Ausland erforderliche Entwicklungsberichte erstellt ebenfalls die örtliche Adoptionsvermittlungsstelle.

Unterstützung bei so genannten Nachforschungsgesuchen

Nach der Adoption haben Adoptierte ab dem 16. Lebensjahr die rechtliche Möglichkeit, Hilfe und Unterstützung bei Fragen zur Herkunft und eventuell Zusammenführung mit ihren leiblichen Eltern von der Vermittlungsstelle zu bekommen. Wir sind auf Antrag der Adoptierten bei der Suche nach den leiblichen Eltern behilflich und bieten Unterstützung und Beratung bei der Kontaktaufnahme an.

Beratung, Begleitung und Mitwirkung bei einer Stiefkindadoption

Auch bei einer Stiefkindadoptionen wird durch das Team Adoptionen sowohl vor als auch nach der Antragstellung eine umfassende Beratung und Betreuung angeboten.

Liegt dem Vormundschaftsgericht ein bei einem Notar gestellter Antrag auf "Annahme als Kind" vor, bittet es vor seiner Entscheidung den Fachdienst Jugend um eine Stellungnahme, aus der hervorgehen soll, ob ein Eltern-Kind-Verhältnis entstanden ist. Es ist also unser Anliegen, einen Eindruck über das Kind und seine jetzige Familie zu gewinnen. Während eines Hausbesuches machen wir uns ein Bild von den Beziehungen und dem Leben innerhalb Ihrer Familie und begründen damit die zu erstellende Stellungnahme. Wir möchten uns über Ihre Familie, Ehe, Ihren Lebensweg und den des Kindes informieren und Ihren Adoptionswunsch und seine Bedeutung besprechen. Wenn das Kind alt genug ist, sprechen wir auch mit ihm über die Adoption, bei jüngeren Kindern können wir zusammen überlegen, wie das Kind am besten über seine Situation aufgeklärt werden kann.

Die Verfahrensbeteiligung ist gesetzlich vorgesehen.