Führerschein auf Probe

 


Erwirbt man erstmalig eine Fahrerlaubnis, so wird diese für zwei Jahre auf Probe erteilt. Ausgenommen hiervon ist die erstmalige Erteilung der Klassen AM, L und T, die nicht auf Probe erteilt werden.

Nach einer Verkehrsauffälligkeit übermittelt die jeweilige Bußgeldbehörde die Daten an das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg. Je nach Schwere der Tat ist die Zuwiderhandlung in Abschnitt A oder B einsortiert.

Bei einer schwerwiegenden Zuwiderhandlung (Abschnitt A) oder zwei weniger schwerwiegenden Zuwiderhandlungen (Abschnitt B) innerhalb der Probezeit, wird ein Aufbauseminar bzw. ein besonderes Aufbauseminar (bei Auffälligkeiten mit Alkohol oder Drogen) angeordnet und eine Frist zur Vorlage der Teilnahmebescheinigung gesetzt. Die Probezeit verlängert sich um zwei auf vier Jahre. Wenn die Teilnahmebescheinigung nicht innerhalb der gesetzten Frist vorliegt, wird die Fahrerlaubnis kostenpflichtig entzogen.

Folgen nach dem Besuch des Aufbauseminars erneut eine weitere schwerwiegende (Abschnitt A) oder zwei weniger schwerwiegende (Abschnitt B) Zuwiderhandlungen während der Probezeit, wird eine Verwarnung ausgesprochen und empfohlen, innerhalb der folgenden zwei Monate eine verkehrspsychologische Beratung in Anspruch zu nehmen.

Kommt es erneut zu einer weiteren schwerwiegenden Zuwiderhandlung (Abschnitt A) oder zwei weniger schwerwiegenden (Abschnitt B) Zuwiderhandlungen während der Probezeit nach Ablauf der zwei Monate, die für den Besuch beim Verkehrspsychologen eingeräumt wurden, so wird die Fahrerlaubnis mit Sofortvollzug entzogen. Im Rahmen der Neuerteilung der Fahrerlaubnis ist in der Regel die Beibringung eines Gutachtens einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung anzuordnen.

Sollte nach Neuerteilung der Fahrerlaubnis innerhalb der neuen Probezeit erneut eine schwerwiegende (Abschnitt A) oder zwei weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen (Abschnitt B) durch das Kraftfahrt-Bundesamt gemeldet werden, hat die zuständige Behörde gemäß § 2 a Abs. 5 StVG in der Regel die Beibringung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens durch eine amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung anzuordnen.