Mit einer offiziellen Schlüsselübergabe ist nach 18 Jahren die umfassende Modernisierung der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) im Kreis Pinneberg vollbracht. Der dritte Bauabschnitt der FTZ in Tornesch-Ahrenlohe wurde gemeinsam mit Verantwortlichen aus Politik, Feuerwehr und Verwaltung feierlich in Betrieb genommen.
Die Feuerwehrtechnische Zentrale ist ein zentraler Baustein für den Brand- und Katastrophenschutz im Kreis Pinneberg. Mit dem nun abgeschlossenen dritten Bauabschnitt ist die Gesamtanlage technisch und funktional auf ein zukunftsfähiges Niveau gebracht.
Landrätin Elfi Heesch erklärte dazu: „Heute ist ein guter Tag für die Feuerwehren im Kreis Pinneberg. Und es ist ein guter Tag für die Sicherheit der Menschen in unserem Kreis. Mit der Inbetriebnahme des dritten Bauabschnitts schließen wir ein wichtiges Zukunftsprojekt ab, an dem wir viele Jahre gearbeitet haben. Der Kreis Pinneberg investiert damit in moderne Infrastruktur, verlässlichen Bevölkerungsschutz und gute Rahmenbedingungen für unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte.“
Bereits 2008 hatte der Kreistag den Grundsatzbeschluss für die umfassende Neustrukturierung und Modernisierung der FTZ gefasst. Damals wurde eine zukunftsorientierte Planung für rund 20 Jahre auf den Weg gebracht. Der erste Bauabschnitt wurde 2014, der zweite 2016 fertiggestellt. 2018 beschloss der Kreistag die Planung für den nun abgeschlossenen dritten Bauabschnitt.
"Politik und Verwaltung haben bei diesem Projekt eng zusammengearbeitet und gemeinsam erhebliche Mittel bereitgestellt“, sagte Heesch weiter. „Damit senden wir ein klares Signal: Wir stehen hinter unseren Feuerwehren und nehmen unsere Verantwortung für den Bevölkerungsschutz ernst.“
Der aktuelle Kostenstand liegt bei rund 6,8 Millionen Euro für den 3. Bauabschnitt. Insgesamt entstanden rund 1.030 Quadratmeter Nutzfläche. Neben Büro- und Besprechungsräumen für den Kreisfeuerwehrverband im ersten Obergeschoss wurden im Erdgeschoss Funktionsflächen für Schlauchpflege und Schlauchwerkstatt, Lagerflächen, eine moderne Digitalwerkstatt sowie eine Fahrzeughalle für den Mehrzweck-Schlauchwagen geschaffen. Zusätzlich entstanden im zweiten Obergeschoss Büroflächen für das Team Katastrophenschutz und Feuerwehrwehrwesen.
Mit dem dritten Bauabschnitt erreicht die Feuerwehrtechnische Zentrale insgesamt einen hohen zeitgemäßen Standard. Viele Arbeitsabläufe können von jetzt an ebenerdig in einem zusammenhängenden Gebäude durchgeführt werden. Zudem wurden wichtige technische Komponenten redundant ausgelegt, um die Einsatzfähigkeit auch in Krisensituationen sicherzustellen. Die FTZ gilt inzwischen auch über die Kreisgrenzen hinaus als Vorbild für vergleichbare Bauprojekte.
Gleichzeitig steht der dritte Bauabschnitt sowie die zeitgleich ausgeführte energetische Sanierung der Halle 2 für die Fahrzeuge der Technischen Einsatzleitung (TEL) beispielhaft für nachhaltiges und zukunftsorientiertes Bauen im Kreis Pinneberg. Moderne Energieversorgung, klimafreundliche Baustoffe und Maßnahmen zur Klimaanpassung machen die Anlage nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch wirtschaftlicher und widerstandsfähiger.
Auf der Halle 2 wurden insgesamt 112 Solarmodule mit jeweils 450 Watt Peak installiert. Die Photovoltaikanlage erreicht damit eine Gesamtleistung von 50,4 Kilowatt Peak.
Der erzeugte Strom reicht rechnerisch aus, um etwa zehn Einfamilienhäuser ein Jahr lang zu versorgen. Mehr als 60 Prozent des erzeugten Stroms werden direkt auf dem Gelände genutzt – unter anderem für die neue Wärmepumpenheizung. Überschüssiger Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist.
Durch die Anlage erreicht die FTZ einen Autarkiegrad von knapp 38 Prozent und macht sich damit deutlich unabhängiger von externer Energieversorgung. Zudem werden jährlich mehr als 23 Tonnen CO₂ eingespart – das entspricht etwa 30 Flügen von Deutschland nach New York.
Auch wirtschaftlich rechnet sich die Investition: Durch die geringeren Strombezugskosten wird sich die Anlage voraussichtlich innerhalb von weniger als zehn Jahren amortisieren.
Darüber hinaus erhöht die eigene Stromproduktion die Krisensicherheit der Feuerwehrtechnischen Zentrale. Selbst bei Netzausfällen kann für den Notbetrieb weiterhin eigener Strom erzeugt werden.
Passend zur Photovoltaikanlage wurde auch die Heizung in der Halle 2 auf moderne Wärmepumpentechnik umgestellt. Drei Geräte mit einer Gesamtleistung von 42 Kilowatt sorgen künftig für eine klimafreundliche Wärmeversorgung. Die Wärmepumpen werden überwiegend mit selbst erzeugtem Solarstrom betrieben. Ergänzend wird ausschließlich Ökostrom aus dem Netz genutzt.
Weitere Aspekte für nachhaltiges Bauen liegen in der rund 260 Quadratmetern Dachfläche mit einer extensiven Dachbegrünung sowie den verbauten nachhaltigen und langlebigen Materialien.
Beim 3. Bauabschnitt wurden unter anderem rund 150 Kubikmeter CO₂-reduzierter Beton verbaut, der den gebundenen Kohlenstoff gegenüber herkömmlichen Produkten um mindestens 30 Prozent reduziert.
Da der ursprünglich verwendete Klinker nicht mehr verfügbar war, erhielt der dritte Bauabschnitt eine moderne Metallfassade. Diese setzt einen bewussten architektonischen Akzent und fügt sich gleichzeitig harmonisch in das bestehende Gesamtbild der Feuerwehrtechnischen Zentrale ein.
Medieninformation vom 21.05.2026