Kreis Pinneberg richtet Sperrbezirk in Schenefeld ein zum Schutz gegen die ansteckende Blutarmut der Einhufer

In der Stadt Hamburg, Bezirk Altona, Ortsteil Osdorf, ist am 28.06.2017 der Ausbruch der ansteckenden Blutarmut der Einhufer amtlich festgestellt worden.

Die Ansteckende Blutarmut der Einhufer (syn. Equine Infektiöse Anämie - EIA, Infektiöse Anämie der Einhufer) ist eine durch ein Lentivirus aus der Familie der Retroviren ausgelöste Erkrankung, die Pferde, Ponys, Esel, Maultiere, Maulesel, Zebras (Equidae) betrifft.

Die Krankheit ist keine Zoonose, Menschen können sich mit EIA nicht infizieren.

Die Infektion erfolgt in erster Linie über den Austausch von Blut, vorrangig durch blutsaugende Insekten (Bremsen oder Stechfliegen). Eine Übertragung durch Insektenvektoren von einem infizierten Pferd ist nur über kurze Distanzen von 100 bis 200 Metern möglich. Die Krankheit kann akut, chronisch und ohne klinische Erscheinungen (inapparent) verlaufen.

Die Ansteckende Blutarmut der Einhufer kommt weltweit vor, tritt jedoch regional gehäuft in Nord- und Südamerika, Asien, Afrika, Australien sowie Süd- und Osteuropa auf. In Deutschland sind in den vergangenen Jahren vereinzelte Fälle nachgewiesen worden; häufig handelt es sich dabei um infizierte Tiere, die nach Deutschland importiert oder verbracht worden sind. Die Verordnung zum Schutz gegen die ansteckende Blutarmut der Einhufer bestimmt, dass infizierte Tiere eingeschläfert werden müssen, da sie lebenslange Virusträger bleiben und andere Equiden infizieren können. Eine Therapie oder einen wirksamen Impfstoff gibt es bislang nicht.

Die Stadt Hamburg hat daher um den von der Pferdeseuche betroffenen Betrieb ein Gebiet mit einem Radius von mindestens 1.000 Metern als Sperrbezirk fest-gelegt. Da hiervon auch der Kreis Pinneberg betroffen ist, wird ergänzend zu dem von der Stadt Hamburg festgelegten Gebiet auch ein Gebiet in der Stadt Schenefeld östlich der Blankeneser Chaussee von der Landesgrenze zu Hamburg bis zur Einmündung in den Osterbrooksweg, südlich entlang des Osterbrooksweg bis zur Höhe der Hausnummer 47-49 und von dort in der Verlängerung bis zur Landesgrenze Hamburg zum Sperrbezirk erklärt.

Für alle Tierhalter im Sperrbezirk bedeutet dies, dass diese dem Kreis Pinneberg unverzüglich die Anzahl der gehaltenen Einhufer unter Angabe der Nutzungsrichtung und des Standortes anzuzeigen, alle verendeten oder erkrankten Einhufer sowie jede Änderung zu melden und sämtliche Einhufer aufzustallen haben.

Es gibt noch zahlreiche weitere Auflagen, so dürfen z.B. Einhufer dürfen zukünftig nur mit Genehmigung der Veterinärbehörde des Kreises Pinneberg aus dem Sperrbezirk verbracht werden. Eine genaue Auflistung der Auflagen ist in der entsprechenden Anordnung (Allgemeinverfügung) auf www.kreis-pinneberg.de zu finden.

Kreissprecher Oliver Carstens mahnt zur Einhaltung der entsprechenden Anordnungen: „Um die Tierseuche erfolgreich bekämpfen zu können, ist es unbedingt erforderlich, dass sämtliche Auflagen ab sofort beachtet werden. Die Ausbreitung der ansteckenden Blutarmut der Einhufer und somit die Gefahr von tiergesundheitlichen wie auch wirtschaftlichen Folgen muss sofort unterbunden werden, die umliegenden Ställe müssen vor dem Virus geschützt werden“.

Pressemitteilung vom 29.06.2017 

Links mit Informationen zur Ansteckenden Blutarmut der Einhufer (EIA)

Weitere Auskünfte erteilt die Veterinärabteilung des Kreises Pinneberg unter der Telefonnummer 04121/ 4502-0 oder unter der E-Mail Adresse vetamt@kreis-pinneberg.de