Kreis Pinneberg richtet Sperrbezirk in Groß Offenseth-Aspern ein zum Schutz gegen die ansteckende Blutarmut der Einhufer

Im Kreis Pinneberg, in der Gemeinde Groß Offenseth-Aspern, ist am 24.07.2017 der Ausbruch der ansteckenden Blutarmut der Einhufer amtlich festgestellt worden. Die Ansteckende Blutarmut der Einhufer (syn. Equine Infektiöse Anämie - EIA, Infektiöse Anämie der Einhufer) ist eine durch ein Lentivirus aus der Familie der Retroviren ausgelöste Erkrankung, die Pferde, Ponys, Esel, Maultiere, Maulesel, Zebras (Equidae) betrifft. Die Krankheit ist keine Zoonose, Menschen können sich mit EIA nicht infizieren. Die Übertragung des Virus erfolgt hauptsächlich durch blutsaugende Insekten wie Bremsen und Stechfliegen Die Krankheit kann akut, chronisch und ohne klinische Erscheinungen (inapparent) verlaufen.

Der Kreis Pinneberg hat um den von der Pferdeseuche betroffenen Stall ein Gebiet mit einem Radius von mindestens 1.000 Metern als Sperrbezirk festgelegt. Der Sperrbezirk umfasst große Teile der Gemeinde Groß Offenseth-Aspern, kleinere Teile der Stadt Barmstedt und der Gemeinde Bokholt-Hanredder sind ebenfalls betroffen. Der Sperrbezirk wird Mitte der Woche in Kraft treten, das betroffene Gebiet ist der dieser Pressemitteilung beigefügten Karte zu entnehmen.

Für alle im Sperrbezirk gehaltenen Pferde werden tierseuchenrechtliche Schutzmaßnahmen angeordnet, die von den Tierhaltern einzuhalten sind.

Für alle Tierhalter im Sperrbezirk bedeutet dies u.a., dass diese dem Kreis Pinneberg unverzüglich die Anzahl der gehaltenen Einhufer unter Angabe der Nutzungsrichtung und des Standortes anzuzeigen, alle verendeten oder erkrankten Einhufer sowie jede Änderung zu melden und sämtliche Einhufer aufzustallen haben.

Die Meldungen sind zu richten an den:

Kreis Pinneberg
Fachdienst Sicherheit und Verbraucherschutz
Abteilung Veterinär- und Lebensmittelaufsicht
Kurt-Wagener-Str. 11
25337 Elmshorn

Telefon:04121/ 4502-2206
Fax:04121/ 4502-92324
E-Mail: vetamt@kreis-pinneberg.de

Es gibt noch zahlreiche weitere Auflagen, so dürfen z.B. Einhufer zukünftig nur mit Genehmigung der Veterinärbehörde des Kreises Pinneberg aus dem Sperrbezirk verbracht werden. Eine genaue Auflistung der Auflagen ist in der entsprechenden Anordnung (Allgemeinverfügung) auf www.kreis-pinneberg.de zu finden.

Der Sperrbezirk kann frühestens in drei Monaten aufgehoben werden. Voraussetzung dafür ist, dass alle Pferde noch einmal untersucht wurden und dass keine weiteren Fälle der Tierseuche aufgetreten sind. Die entsprechende Tierseuchen-Verordnung bestimmt, dass Tiere, bei denen die EIA amtlich nachgewiesen wird, getötet werden müssen. Grund dafür ist, dass einmal infizierte Tiere lebenslang Virusträger bleiben und als potentielle Virusausscheider angesehen werden müssen, auch wenn sie keinerlei Krankheitserscheinungen erkennen lassen. Nicht infizierte Tiere müssen nicht getötet werden.

Die Ansteckende Blutarmut der Einhufer kommt weltweit vor, tritt jedoch regional gehäuft in Nord- und Südamerika, Asien, Afrika, Australien sowie Süd- und Osteuropa auf. In Deutschland sind in den vergangenen Jahren vereinzelte Fälle nachgewiesen worden; häufig handelt es sich dabei um infizierte Tiere, die nach Deutschland importiert oder verbracht worden sind. Die Verordnung zum Schutz gegen die ansteckende Blutarmut der Einhufer bestimmt, dass infizierte Tiere eingeschläfert werden müssen, da sie lebenslange Virusträger bleiben und andere Equiden infizieren können. Eine Therapie oder einen wirksamen Impfstoff gibt es bislang nicht.

Weitere Informationen:

 
Pressemitteilung vom 24.07.2017