Landrätin und Kreispräsident appellieren: Kontakte beschränken und impfen lassen


Die Corona-Lage im Kreis Pinneberg ist ernst. Die Inzidenz-Zahlen pendeln seit Wochen um die 200er-Marke. In den größeren Städten Elmshorn, Pinneberg und Wedel liegt der Wert deutlich darüber. Die Folge: Das Gesundheitsamt und besonders die Regio-Kliniken im Kreis kommen an ihre Grenzen. Noch reichen die Betten auf Normal- und Intensivstationen, doch viel mehr darf es nicht werden.

In dieser Situation wenden sich Landrätin Elfi Heesch und Kreispräsident Helmuth Ahrens mit einem gemeinsamen Appell an die Menschen im Kreis Pinneberg: „Wir sind jetzt alle gefordert. Die Pandemie lässt sich nur gemeinsam bewältigen. Bitte reduzieren Sie Ihre Kontakte auf das Nötigste, achten Sie auf Abstand und Maske, vor allem aber lassen Sie sich impfen, wenn Sie es noch nicht getan haben.“ Ab morgen sind zwei Impfstellen im Kreis Pinneberg in Betrieb: Zur bisherigen Impfstelle in Prisdorf am Peiner Hag kommt dann eine weitere in Quickborn am Justus-von-Liebig-Ring hinzu.


Heesch_Ahrens

Inzidenz bei Ungeimpften ist deutlich höher

Dass Impfungen schützen, zeigen auch die Zahlen im Kreis Pinneberg. Besonders hoch sind die Inzidenzen aktuell in den jüngeren Altersgruppen. Geht der Blick in die einzelnen Altersgruppen hinein, ergeben sich deutliche Unterschiede zwischen Ungeimpften und Geimpften. Anfang Dezember lag die Inzidenz nach Abschätzung des Kreises in der Altersgruppe 12 bis 17 für die Geimpften bei – alle der folgenden Zahlen sind gerundet – 60, für die Ungeimpften dagegen bei 780. Bei den 18- bis 59-Jährigen hatten die Geimpften eine Inzidenz von 90, die Ungeimpften von 760. In der besonders gefährdeten Altersgruppe 60+ betrug die Inzidenz bei den Geimpften 30, bei den Ungeimpften 550. „Wir sehen, dass die Inzidenzzahlen zwischen den Geimpften und Ungeimpften immer weiter auseinandergehen“, sagt Heesch. „Dies könnte bereits die sichtbare Auswirkung der Boosterimpfungen sein.“

Neben der reduzierten Ansteckungsgefahr mindert die Impfung das Risiko eines schweren Verlaufs in allen Altersgruppen. Auch das lässt sich im Kreis Pinneberg beobachten. Der Anteil der ungeimpften Covid- Patienten in den Regio-Kliniken ist deutlich höher. Und es sind durchaus auch junge Menschen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Heesch und Ahrens machen deutlich, dass es im Wesentlichen diese beiden Faktoren – Impfen und Kontakteinschränkungen – sind, die das Pandemie-Geschehen eindämmen und damit möglichst bald wieder ein normales Leben erlauben. Dabei sollte jedem bewusst sein, dass auch Geimpfte sich infizieren und das Virus übertragen können.

Bund und Länder hatten zum Anfang dieser Woche noch einmal die Corona-Maßnahmen verschärft, etwa mit der Einführung von 2G im Einzelhandel sowie der in Schleswig-Holstein ab dem 15. Dezember geltenden Regel 2G plus in Diskotheken und Nachtclubs.

Gemeinsam Verantwortung übernehmen für das Gesundheitssystem

„Die neuen Maßnahmen begrüßen wir sehr“, sagt Heesch. „Jetzt ist der Moment, in dem wir handeln müssen, um einen sich abzeichnenden Engpass in der gesundheitlichen Versorgung zu umgehen.“ Ahrens ergänzt: „Wir stehen alle in der Verantwortung – sowohl für die Gemeinschaft als auch für die Ärzteschaft sowie die Pflegerinnen und Pfleger, die seit Beginn der Pandemie Höchstleistungen erbringen.“

Der Landrätin und dem Kreispräsidenten ist der Dank für das bislang gemeinsam Geleistete wichtig. „Das Zusammenspiel zwischen den Behörden, der Politik und dem Gesundheitswesen funktioniert im Kreis Pinneberg und darüber hinaus“, sagt Heesch. „Wir erleben aber auch sehr viel Verantwortungsbewusstsein und Verständnis bei den Menschen im Kreis Pinneberg.“ So sei aus vielen Kommunen berichtet worden, dass etwa in den Innenstädten mit Beginn der vierten Welle wieder mehr Masken getragen und Abstände eingehalten werden. „Viele machen jetzt die Erfahrung, dass Corona doch näherrückt“, so Ahrens. „Vermehrt treten Fälle in der näheren Umgebung auf. Das macht noch einmal vorsichtig in Bezug auf das eigene Verhalten.“


Alle wichtigen Fragen zum Umgang mit Corona

Wenn ein Corona-Fall in der direkten Umgebung auftritt, stellen sich für enge Kontaktpersonen genauso wie für Infizierte zahlreiche Fragen, was alles zu tun ist. Der Kreis Pinneberg hat deshalb auf seiner Homepage eine neue Seite eingerichtet, auf der einmal kompakt und übersichtlich alle Fragen rund um aktuelle Corona-Regeln, das Verhalten bei Infektion oder als enge Kontaktperson sowie das Wichtigste zum Thema Impfen beantwortet ist: Das Wichtigste auf einen Blick.


Medieninformation vom 09.12.2021

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