Kreis Pinneberg erlebt aktuell die höchsten Fallzahlen seit Beginn der Corona-Pandemie


Landrätin Heesch: Jetzt den schnellen Anstieg abflachen / Kreispräsident Ahrens ruft zur Impfung auf / Gesundheitsamt mit neuen Maßnahmen gegen die Omikron-Welle

Der Kreis Pinneberg erlebt aktuell die höchsten Fallzahlen seit Beginn der Corona-Pandemie. Stand gestern (13.01.) lag die Inzidenz laut Landesmeldestelle bei 579,7. In dieser Situation wendet sich Landrätin Elfi Heesch an die Bevölkerung:

„Die Infektionszahlen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit noch weiter ansteigen, das zeigen die Erfahrungen aus anderen Ländern. Es kommt jetzt also darauf an, dass wir Zeit gewinnen. Denn wir haben – trotz einer im Bundesvergleich guten Impfquote – noch viele ungeimpfte Erwachsene im Land. Auch bei einem grundsätzlich milderen Erkrankungsverlauf der Omikron-Variante brauchen besonders ungeimpfte Erwachsene häufig ärztliche Hilfe im Krankenhaus. Die Regio-Kliniken befinden sich bei der aktuellen Inzidenz in einer angespannten, aber kontrollierbaren Lage. Ein starker Anstieg der COVID-19-Fälle erschwert die Sicherstellung der medizinischen Versorgung auch anderer Patientinnen und Patienten. Eingriffe müssten verschoben werden. Deshalb bitte unbedingt Kontakte reduzieren, Abstand halten, konsequent Masken tragen, am besten FFP2-Masken, möglichst im Homeoffice arbeiten und impfen oder boostern lassen, wenn noch nicht geschehen. Die Impfung macht aus gesundheitlicher Perspektive Sinn, weil sie das Risiko eines schweren Verlaufs einer Infektion reduziert. Und sie bringt Vorteile für den Alltag. Nach dem Beschluss zur Änderung der Covid-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung gibt es jetzt Regelungen, die Kontaktpersonen mit einer vollständigen Auffrischungsimpfung von der Pflicht zur Quarantäne befreien.“

Auch Kreispräsident Helmuth Ahrens appelliert: „Bitte lassen Sie sich impfen. Die steigenden Infektionen machen vor Kitas, Schulen und der kritischen Infrastruktur nicht Halt. Die zwischen dem Bund und den Ländern abgesprochenen Erleichterungen für bestimmte Geimpfte, Genesene und Geboosterte werden jetzt umgesetzt. Diese Erleichterungen werden ermöglichen, dass geschützte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kitas, Schulen und der kritischen Infrastruktur weiterhin arbeiten können, obwohl sie engen Kontakt mit Infizierten hatten. Das ist für unsere Gesellschaft und unsere Sicherheit sehr wichtig.“

Gesundheitsamt reagiert mit neuen Maßnahmen auf die Omikron-Welle

Das Gesundheitsamt des Kreises Pinneberg hat aufgrund des starken Anstiegs der Infektionszahlen seine Abläufe an die aktuelle Situation angepasst. „Wir setzen den Fokus ganz klar auf die Infizierten“, sagt Dr. Angelika Roschning, Leiterin des Gesundheitsamts. „Innerhalb dieser Gruppe sind es die vulnerablen Personen und Ausbruchsgeschehen, um die wir uns mit oberster Priorität kümmern.“

Die Positiv-Fälle managt das Gesundheitsamt weiterhin aktiv. Enge Kontaktpersonen jedoch sind nicht mehr aufgefordert, sich mit dem Gesundheitsamt in Verbindung zu setzen. Alles, was Kontaktpersonen wissen müssen, erfahren sie auf der Webseite der Kreisverwaltung https://www.kreis-pinneberg.de/Coronavirus.html. „Wichtig ist, dass sowohl Infizierte als auch enge Kontaktpersonen eigenverantwortlich handeln und sich auch ohne direkte Aufforderung durch das Gesundheitsamt in die Quarantäne begeben“, so Roschning. „Wenn es konkrete Nachfragen oder Sonderfälle gibt, sind wir weiterhin erreichbar.“ Zum Thema Quarantäne in Schulen und Kitas läuft die Kommunikation direkt zwischen den Schul- und Kitaleitungen sowie den Eltern.

Zwei Online-Formulare für Infizierte

Um die Infektionsmeldungen von Personen aus dem vulnerablen Bereich sofort herausfiltern zu können, gibt es auf der Website jetzt zwei Online-Formulare: eines für Personen mit positivem PCR-Test aus Pflege, Medizin und Einrichtungen für behinderte Menschen sowie eines für alle weiteren Personen mit positivem PCR-Test. Wichtig ist: Sobald jemand ein positives PCR-Test-Ergebnis bekommt, ist er oder sie aufgefordert, enge Kontaktpersonen über die Infektion zu informieren.

Kontaktpersonen begeben sich eigenständig in Quarantäne

Bisher haben sich enge Kontaktpersonen von Infizierten beim Gesundheitsamt gemeldet und von dort Bescheid bekommen, von wann bis wann ihre Quarantäne dauert. Aufgrund der hohen Fallzahlen ist dieses Vorgehen nicht mehr praktikabel. Kontaktpersonen sind verpflichtet, sich eigenverantwortlich in Quarantäne zu begeben. Wer für seinen Arbeitgeber eine Bescheinigung über die Quarantäne braucht, kann diese über ein Online-Formular auf der Kreis-Website beantragen. Die Bearbeitung dafür wird allerdings etwas dauern. 

Gesundheitsamt mit personeller Verstärkung

Das Gesundheitsamt reagiert nicht nur mit veränderten Abläufen auf die momentane Situation. Gleichzeitig steht neues  Personal bereit, um beim Datenmanagement und an den Telefonen zu unterstützen. Acht Kräfte der Bundeswehr, vier vom Technischen Hilfswerk und eigene Mitarbeiter*innen aus anderen Bereichen verstärken die Teams vom Infektionsschutz und vom Bürgertelefon. Informationen zu den jeweils geltenden Corona-Regeln finden sich auf der Website des Kreises Pinneberg.


Hintergrundinformation


 
Medieninformation vom 14.01.2022