Jahresbericht zur Inklusion: Es gibt noch viel zu tun


„Trotz aller Fortschritte, die wir in den letzten Jahren im Kreis erreichen konnten, bleiben in den nächsten Jahren noch viele Herausforderungen, die es zu behandeln gilt.“ Zu diesem Fazit kommt Axel Vogt, Beauftragter für Menschen mit Behinderung des Kreises Pinneberg, in seinem jüngst vorgelegten 7. Jahresbericht. In der letzten Sitzung des Kreistages griff er drei Themen heraus, bei denen er besonderen Handlungsbedarf sieht: Wohnen, Sport und Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV).

Das Angebot an Wohnangeboten für Menschen mit Behinderungen sei im Kreis Pinneberg noch nicht ausreichend. „Wenn nicht in barrierefreien Wohnraum investiert wird, werden die sozialen Folgekosten hoch sein“, machte Vogt deutlich. Die Rahmenbedingungen für die Unterstützung inklusiver Wohnformen würden im Kreis Pinneberg stehen. Jetzt müssten die Bedarfslagen von Menschen mit Behinderungen analysiert werden, um gemeinsam mit Investoren das politische Ziel umzusetzen, pro Doppelhaushaltsjahr mindestens 40 Wohnplätze für Menschen mit Behinderungen zu schaffen.

Vogt bemängelt darüber hinaus, dass viele Sportstätten im Kreis Pinneberg nicht barrierefrei seien und inklusive Angebote fehlten. „Menschen mit Behinderung können deshalb vielfach keinen Sport treiben“, sagte er. Er begrüße deshalb das Engagement des Kreissportverbands, der aktuell ein Konzept zur Ermöglichung von barrierefreiem Sport in den Vereinen erstellt. Auch beim gerade anlaufenden Inklusions-Projekt „PiRat – Auf der Jagd nach Schätzen im Sozialraum“ ist der Kreissportverband als Partner an Bord.

Ein zentrales Handlungsfeld für die Inklusion sieht Vogt im Nahverkehr. Verbesserungen in diesem Bereich kämen oft nur Schüler*innen und Berufstätigen zugute. In der Freizeit und an Wochenenden jedoch sei die barrierefreie Nutzung des ÖPNV sehr viel schwieriger. Hier Abhilfe zu schaffen sei von zunehmender Bedeutung. „Durch die Überalterung in der Gesellschaft wird die Bedarfslage für barrierefreie Mobilität größer“, so Vogt.

Sowohl in seinem Jahresbericht als auch vor dem Kreistag forderte Vogt schließlich, konsequent und frühzeitig in die Entwicklung von Vorlagen für den politischen Entscheidungsprozess einbezogen zu werden. Unterm Strich kommt er dennoch aber zu der Auffassung: „Die Zusammenarbeit mit Fachdiensten der Kreisverwaltung und meine Einbindung in diverse Themen gestalten sich überwiegend gut.“

Vogt vertritt seit 2015 die Interessen der Menschen mit Behinderungen im Kreis Pinneberg. Dazu nimmt er regelmäßig am Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Gleichstellung und Senioren teil und bringt sich
in den vier Fokusgruppen Teilhabe, Inklusion, Pflege und Gesundheitsversorgung ein. Zudem ist er Mitglied der Steuerungsgruppe Sozialplanung. Sein zentrales Instrument zur Gestaltung seiner Arbeit ist der Aktionsplan Inklusion, dessen Umsetzungsstand ebenfalls Teil seines Jahresberichts ist.

Medieninformation vom 22.06.2022


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