Einwandererbund begleitet Impfwillige mit Dolmetschern zum Impfzentrum


Durch einen Zeitungsartikel wurde Harun Öznarin auf die mobilen Impfteams aufmerksam. Kurzerhand hat sich Öznarin an das Gesundheitsamt gewandt und um Unterstützung gebeten. Sein Gedanke dabei, Menschen ein Impfangebot zu machen, die aus verschiedenen Gründen noch nicht erreicht oder zum Impfen motiviert werden konnten. Am liebsten hätte er ein mobiles Impfteam direkt zum Einwandererbund geholt. Das war leider nicht möglich. Allerdings konnte ein Terminblock im Impfzentrum für eine Impfaktion der Mitarbeiter*innen, Kurs- und Projektteilnehmer*innen der Sprachkurse sowie Klient*innen und Mitglieder beim Einwandererbund e.V. organisiert werden. Mit einem eigens für diese Aktion gemieteten Bus wurden die 45 Impfwilligen zum Impfzentrum in Elmshorn gefahren. Innerhalb einer Stunde konnten alle geimpft wieder zurückfahren. Der Einwandererbund hatte für die Aufklärung und Begleitung der Impfwilligen vor Ort Dolmetscher für vier Sprachen mitgebracht.

Ein zweites Mal müssen sie nicht kommen. Sie wurden mit Johnson & Johnson geimpft. Bei diesem Impfstoff ist bereits nach der Erstimpfung ein ausreichender Schutz für die eigene und die Gesundheit der Angehörigen und Freunde nach einigen Tagen gegeben.


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Die Leiterin des Gesundheitsamtes Dr. Angelika Roschning freut sich über diese Initiative: „Sie trägt dazu bei, allen Menschen im Kreis Pinneberg möglichst barrierearm Impfungen zu ermöglichen. Das Thema Impfen ist ein ganz wichtiger Baustein, um aus der Corona-Pandemie herauszukommen.

Außerdem hoffe ich, dass durch das Beispiel der Impfwilligen auch diejenigen, die noch Bedenken und Vorbehalte haben, überzeugt werden und sich um eine Impfung bemühen.

Immerhin ergeben sich für Geimpfte auch deutliche Vorteile bei Reisen und vielen anderen Aktivitäten, bei denen dann kein negatives Testergebnis mehr vorgelegt werden muss oder gar eine Quarantäne entfallen kann.“


Öznarin dankt Frau Dr. Roschning, ihrem Team und allen Verantwortlichen des Impfzentrums für diese gelungene Kooperation: „Wir sehen es als unsere Aufgabe, Menschen, die aufgrund von Sprachbarrieren nicht die Möglichkeit haben, sich eigenständig einen Impftermin zu holen, oder sich über die Corona-Impfung zu informieren, einen Weg zu eröffnen und sie auf diesem Weg zu unterstützen. Diese Menschen haben ebenfalls das Recht, geimpft zu werden. Auch wenn wir uns in der Urlaubs- und Ferienzeit befinden, sind wir über die starke Impfbereitschaft sehr zufrieden.

Als Integrationsverein und Sprachrohr für Migranten nahmen wir Kontakt zum Gesundheitsamt auf. Unserem Wunsch wurde in kürzester Zeit entsprochen. Wir haben im Impfzentrum eine professionelle Zusammenarbeit erlebt, die ich nur loben kann.“

Impfkoordinator Andreas Köhler bestärkt die Vorbildwirkung des Einwandererbundes: „Ich würde mir wünschen, wenn diejenigen, die heute geimpft wurden, nun auch in ihren Familien- und Freundeskreisen davon berichten und dadurch eine Multiplikatorwirkung ausgelöst wird. Die beste „Werbung“, die wir haben können, ist es wenn unsere Impfwilligen von ihren positiven Erfahrungen berichten und damit auch Ängste und Bedenken nehmen können. Solche Vorbilder brauchen wir unbedingt!“

 
Medieninformation vom 09.07.2021