In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl von Mädchen und jungen Frauen, die wegen einer Essstörung stationär behandelt werden mussten, verdoppelt. Mädchen und Frauen sind rund zehn Mal häufiger betroffen als Jungen oder Männer. Die Betroffenen-Zahlen in Schleswig-Holstein sowie im Kreis Pinneberg liegen über dem Bundesdurchschnitt. Gründe gab es genug, Essstörungen zum zentralen Thema der mittlerweile dritten Kommunalen Gesundheitskonferenz im Kreis Pinneberg zu machen.
Mehr als 50 Teilnehmende waren ins Kreishaus nach Elmshorn gekommen, um gemeinsam die Rahmenbedingungen und Hilfeangebote vor Ort zu diskutieren. Aus den Ergebnissen werden nun Handlungsempfehlungen erarbeitet. Ihre Expertise eingebracht haben Akteur*innen unter anderem aus den Bereichen Suchtberatung, Frühe Hilfen, Arztpraxen, Kreissportverband, Krankenkassen sowie aus Kreispolitik und Verwaltung.
Robert Schwerin, Leiter des Fachbereichs Bevölkerungsschutz, Zuwanderung und Gesundheit, begrüßte die Teilnehmenden vor Ort. Eine inhaltliche Einführung in das Thema lieferte Elisabeth Mignon Hahn, Oberärztin für Psychosomatische Klinik und Psychotherapie an der Schön Klinik in Bad Bramstedt. Sie erläuterte unter anderem die drei Arten von Essstörungen: Anorexia nervosa (Magersucht), Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht) und Binge-Eating-Störungen. Sie ging auf häufige Folgeerkrankungen ebenso ein wie auf frühe Warnzeichen. Weiterer fachlicher Input kam vom Verein Waage, Fachzentrum für Essstörungen in Hamburg.
Im Anschluss an die Vorträge gingen die Teilnehmenden in Workshops in den Austausch über bestehende Angeboten im Kreis Pinneberg sowie Risiken und Ausblicken. Die Kommunale Gesundheitskonferenz findet einmal im Jahr statt und wird organisiert von der Gesundheitsplanung der Kreisverwaltung.
Medieninformation vom 09.12.2025