Wachstum im Wandel: Bevölkerungsentwicklung im Kreis Pinneberg erreicht neuen Wendepunkt

Seit Jahrzehnten prägte ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum den Kreis Pinneberg. Die aktuelle kleinräumige Bevölkerungsprognose zeigt nun: Dieses Wachstum setzt sich fort, verliert aber deutlich an Dynamik. 

Jetzt geht es darum, zukünftige Entwicklungen frühzeitig einzuordnen und gemeinsam mit den Kommunen Schlussfolgerungen für die räumliche und infrastrukturelle Planung abzuleiten. Den Auftakt dafür stellte vor einigen Wochen eine Bau- und Planungsrunde dar, in deren Mittelpunkt die Ergebnisse der kleinräumigen Bevölkerungs- und Haushaltsprognose für den Kreis Pinneberg sowie darauf aufbauende Ansätze für eine zukunfts- und bedarfsgerechte Wohnraumentwicklung bis 2040 standen.

„Die neue Bevölkerungsprognose zeigt sehr deutlich: Wir bleiben ein wachsender Kreis – aber die Rahmenbedingungen verändern sich grundlegend“, sagt Landrätin Elfi Heesch. „Wachstum entsteht bei uns seit Jahren vor allem durch Zuwanderung. Gleichzeitig werden wir älter und die Entwicklungen im Kreis verlaufen zunehmend unterschiedlich. Das ist Herausforderung und Chance zugleich. Es kommt es darauf an, gemeinsam mit Städten, Ämtern und Gemeinden die richtigen Weichen zu stellen – für Wohnen, Infrastruktur und eine verlässliche Daseinsvorsorge.“

Der Kreis Pinneberg ist seit Jahrzehnten durch ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum geprägt. Zwischen 2011 und 2023 ist die Einwohnerzahl um rund 26.700 Menschen gestiegen – ein Zuwachs von etwa 9 Prozent. Bis zum Jahr 2040 wird jedoch nur noch ein moderater Anstieg um rund 4.600 Einwohnerinnen und Einwohner erwartet. Das entspricht einem Wachstum von 1,4 Prozent. Im Vergleich zur bisherigen Dynamik bedeutet dies eine deutliche Abschwächung des Wachstums. Der Kreis steht damit vor einem Wendepunkt in seiner demografischen Entwicklung.

Ein wesentlicher Grund hierfür liegt in der Bevölkerungsstruktur: Das natürliche Bevölkerungssaldo, also die Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen, ist im Kreis Pinneberg seit Jahrzehnten negativ. Das bisherige Wachstum wurde daher ausschließlich durch Wanderungsgewinne getragen. Diese ergeben sich sowohl aus Zuzügen aus Hamburg als auch aus internationaler Zuwanderung.

Die Prognose macht zudem deutlich, dass sich die Entwicklung innerhalb des Kreises zunehmend differenziert. Wachstum konzentriert sich vor allem auf infrastrukturell gut angebundene Städte wie Pinneberg, Elmshorn und Quickborn sowie auf Kommunen mit größerer Nähe zu Hamburg. Demgegenüber ist in ländlicher geprägten Bereichen – etwa im Amt Hörnerkirchen oder in den Marschgebieten – mit stagnierenden oder teilweise rückläufigen Einwohnerzahlen zu rechnen.

Auch die Altersstruktur verändert sich spürbar: Der Anteil älterer Menschen wird deutlich zunehmen, während der Anteil jüngerer Bevölkerungsgruppen zurückgeht. Diese Entwicklung stellt neue Anforderungen an die kommunale Daseinsvorsorge.

Die kleinräumige Bevölkerungsprognose basiert auf drei Szenarien, die sich besonders im Hinblick auf zukünftige Zuwanderung unterscheiden. Zwei dieser Szenarien gelten derzeit als besonders realistisch. Gleichzeitig bleibt zu beachten, dass Prognosen auf Annahmen beruhen, die durch äußere Einflüsse – etwa durch internationale Krisen oder Veränderungen in der Zuwanderungspolitik – jederzeit beeinflusst werden können.

Die Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für zahlreiche Fachplanungen im Kreis Pinneberg. Dazu zählen die Pflegebedarfsplanung, die Schulentwicklungsplanung sowie die Kita-Planung. Auch für die zukünftige Wohnraumentwicklung liefern die Prognosen zentrale Orientierungswerte.

Die kleinräumige Bevölkerungs- und Haushaltsprognose wurde mit Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein erstellt.

  
Medieninformation vom 30.03.2026