5 Jahre Umsetzung der Istanbul-Konvention im Kreis Pinneberg: Gemeinsam gegen häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt

Umsetzung der Istanbul Konvention im Kreis Pinneberg - Jahresbericht 2025

Seit fünf Jahren macht sich im Kreis Pinneberg ein Bündnis stark gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Dabei geht es um die Umsetzung der Istanbul-Konvention – die Kurzform für das internationale Abkommen zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Die Langfassung heißt: „Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“. Die Istanbul-Konvention ist seit Februar 2018 in Deutschland geltendes Recht und gibt Impulse für die Bekämpfung von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt.

Seit fünf Jahren begleitet das Bündnis zur Umsetzung der Istanbul-Konvention im Kreis Pinneberg deren Umsetzung auf kommunaler Ebene. Das Bündnis besteht aus den Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Pinneberg, der Städte Elmshorn, Pinneberg und Uetersen, der KIK-Koordination sowie der Integrationsbeauftragten der Stadt Pinneberg.

„Zentrale Aufgabe des Bündnisses ist es, bestehende Angebote im Hilfesystem zu beobachten, zu analysieren und weiterzuentwickeln, Versorgungsbedarfe sichtbar zu machen und bestehende Lücken zu benennen“, sagt Tinka Frahm, die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Pinneberg. „Auf dieser Grundlage werden fachliche Impulse gesetzt und Handlungsbedarfe an Politik, Verwaltung sowie an Landes- und Bundesebene zurückgespielt.“

Der Jahresbericht 2025 zeigt deutlich: Häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt nehmen weiter zu. Gleichzeitig wird sichtbar, wie unverzichtbar Frauenberatungsstellen, Frauenhäuser, das Kooperations- und Interventionskonzept gegen (Ex-)Partnerschaftsgewalt (KIK) und weitere Schutz- und Unterstützungsangebote im Kreis Pinneberg sind.


Besondere Aufmerksamkeit richtet das Bündnis auf bislang unterversorgte Gruppen, darunter Frauen mit Behinderung, wohnungslose, migrantische sowie ältere und hochaltrige Frauen.

Der Bericht benennt konkrete strukturelle Herausforderungen – etwa fehlende Barrierefreiheit, unzureichende Platzkapazitäten und eine weiterhin nicht bedarfsgerechte Finanzierung.

Das Bündnis zur Umsetzung der Istanbul-Konvention im Kreis Pinneberg versteht Gewaltschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Tinka Frahm: „Gewalt ist keine Privatsache. Eine wirksame Umsetzung der Istanbul-Konvention braucht Transparenz, politische Verantwortung und verlässliche Strukturen vor Ort.“

Medieninformation vom 26.01.2026