"The Beijing View“ - Junge Kunst aus dem Reich der Mitte

 


"The Beijing View“ - Junge Kunst aus dem Reich der Mitte

Von August bis Oktober 2010 präsentierte die Stiftung Landdrostei in Kooperation mit KiC (Kunst in der Carlshütte gGmbH), dem Kunstverein Elmshorn und der Galerie Atelier III in Barmstedt zeitgenössische Kunst aus China. "The Beijing View" gibt einen Einblick in Positionen und Tendenzen der aktuellen Kunst in Chinas Hauptstadt.

KVE - The Beijing ViewAm 15. August eröffnete Kreispräsident Burkhard E. Tiemann die Ausstellung in Elmshorn. Er machte deutlich, wie wichtig die Förderung des Kreises Pinneberg für die Realisierung eines solchen Leuchtturmprojektes sei und dankte den zahlreichen ehrenamtlich an den Ausstellungen Beteiligten für ihr großes Engagement. Christel Storm, Vorsitzende des Kunstverein Elmshorn begrüßte die Besucher und Stefan Dupke, Geschäftsführer der Stiftung Landdrostei führte in die Ausstellung ein.

Er machte deutlich, dass die unabhängige Kunstszene Chinas sich erst nach dem Ende der Mao-Ära mit der einsetzenden Reformpolitik Ende der 1970er Jahre entwickelte. Trotz der weiterhin schwierigen Bedingungen explodierten hier in den letzten Jahren förmlich Angebot und Nachfrage zeitgenössischer Kunst. Die Künstlerinnen und Künstler haben sowohl die traditionell chinesischen wie die westlichen Themen und Techniken studiert, teilweise adaptiert und bedienen sich ihrer in virtuoser Weise. Dabei setzen sich viele der Künstler in ihren Arbeiten mit der eigenen gesellschaftlichen und politischen Historie sowie der chinesischen Kunstgeschichte auseinander, die auf jahrhundertealte Traditionen zurückblicken kann, zu der aber auch der bis in die späten 70er Jahre vorgeschriebene sozialistische Realismus gehört. Gerade diese beiden Pole erklären, warum die gegenständliche Malerei besonders im Vergleich zur europäischen und amerikanischen Kunst einen sehr hohen Stellenwert einnimmt.

Ein weiteres wichtiges Feld ist die Auseinandersetzung mit der westlichen Kunstgeschichte, die häufig mit Ironie gepaart wird. Vor allem jedoch sind die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umwälzungen, das Verhältnis von Individuum und Kollektiv in einem Staat der gleichermaßen von kommunistischen Idealen wie vom modernen Kapitalismus geprägt ist, Themen der chinesischen Avantgarde-Kunst.

An den drei Orten wurden rund 100 aktuelle Arbeiten von 29 Künstlerinnen und Künstlern aus den Bereichen Malerei, Fotografie und Plastik gezeigt, die in den Jahren 2003 bis 2010 entstanden sind. Die Gemeinschaftsausstellung im Rahmen von "China Time Hamburg 2010" wurde möglich durch die Kulturförderung des Kreises Pinneberg.


Foto: Peter Korff