"20 Jahre Deutsche Einheit"


"20 Jahre Deutsche Einheit"

Jugendliche auf den Spuren der Berliner Mauer

20 Jahre Deutsche EinheitDer Kreistag hat 2008 beschlossen, dass junge Menschen Aufklärung über das menschenverachtende und verbrecherische System der kommunistischen Diktatur in der ehemaligen DDR erfahren sollen.

2009 haben Kreisjugendpflege, Kreisjugendring, Kreissportjugend und Kreismedienzentrum gemeinsam eine beeindruckende Ausstellung zum Thema "20 Jahre Mauerfall" in der Pinneberger Drostei organisiert.

In diesem Jahr haben sie, 20 Jahre nach Vollendung der Deutschen Einheit während einer 4-tägigen Fahrt nach Berlin Jugendlichen den Verlust der Freiheit vor Augen geführt, den die Landsleute im Unrechtstaat DDR erfahren mussten und das unbeschreibliche Leid, das die Stasi über viele Menschen jenseits der Mauer gebracht hat.

Vom 8.-11 Oktober 2010 weilten 19 junge Menschen mit 4 Begleitern (Kreisjugendring Pinneberg e.V., Kreissportjugend, Kreisjugendpflege und Kreismedienzentrum) aus dem Kreis Pinneberg in Berlin, um Spuren und Informationen zur jüngsten, deutschen Geschichte, dem Bau und dem Fall der Mauer durch Berlin ausfindig zu machen. Die Jugendlichen kamen aus der Jugendverbandsarbeit, von Kinder- und Jugendbeiräten, einem Jugendzentrum und unterschiedlichen Schulen.

20 Jahre Deutsche EinheitIhnen wurde ein umfangreiches Programm mit Besuchen der Parlamentsausstellung im Deutschen Dom, dem Mauermuseum am Checkpoint Charly in der Friedrichstraße und der noch bestehenden Mauer mit dem ehemaligen Todesstreifen an der Bernauer Straße geboten. Beeindruckender Höhepunkt war die Führung durch das ehemalige Stasi-Untersuchungsgefängnis in der Gedenkstätte Hohenschönhausen. Tief betroffen erfuhr die Kreisdelegation, wie in den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg 20 Jahre Deutsche Einheitdort körperlich gefoltert wurde und später ein ausgeklügeltes Verhörsystem entwickelt wurde, in dem alle psychologischen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, um Geständnisse zu erpressen.

Kreispräsident Burkhard E. Tiemann begleitete die Gruppe in das Mauermuseum sowie in das Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen. Er hatte die Schirmherrschaft für diese Fahrt übernommen und berichtete von seinen persönlichen Erfahrungen mit dem DDR-Regime.

Die DDR sei auf Unrecht gegründet, ohne legale Opposition, ohne freie Wahlen, ohne unabhängige Justiz, ohne Meinungsfreiheit. Das geradezu unerträgliche Leben im anderen Teil Deutschlands habe aber letztlich zur friedlichen Revolution geführt. Es sei das ganz große Verdienst der Menschen, die unbeirrt und entschlossen mit den Montagsdemonstrationen die friedliche Revolution eingeleitet hatten, dass Deutschland heute wiedervereint sei und alle Menschen in unserem Land in Freiheit leben könnten, so der Kreispräsident.

Dabei sei es erschütternd, dass zwei Jahrzehnte nach der friedlichen Revolution Ewiggestrige versuchten, die DDR wieder zu verharmlosen und teilweise auch zu verklären. Sie leugneten das Unrecht, das die Ostdeutschen mehr als 50 Jahre lang durch die SED und die Stasi erfahren mussten.

Solcher Geschichtsfälschung müsste entschlossen begegnet werden. Als Konsequenz aus solchen Verklärungsversuchen und dem fast nicht vorhandenen Wissen der jungen Generation über die DDR-Geschichte bedürfe es einer intensiven politischen Auseinandersetzung mit der kommunistischen Ideologie.

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Eine weitere Besonderheit der Berlin-Fahrt war der Besuch aller drei Bundestagsabgeordneten des Kreises Pinneberg im Berliner Reichstag. Dr. Ernst-Dieter Rossmann empfing die Delegation zum Beginn des Besuches im Paul-Löbe-Haus. Der parlamentarische Staatssekretär und Dr. Ole Schröder und Dr. Valerie Wilms trafen sich mit der Gruppe im Jakob Kaiser Haus. Nach intensiven Kontrollen und Sicherheitschecks diskutierten die Jugendlichen mit den Politikern über den Alltag der gewählten Vertreter in Berlin und über den Bau bzw. den Fall der Mauer quer durch Berlin.

Allen Mitfahrern wurde deutlich, wie wenig sie bisher über die Strukturen und die Politik der ehemaligen DDR wussten. Niemand der Mitfahrer konnte von sich sagen, die Funktion und die Auswirkungen der Trennung dieser Mauer in der Schule behandelt zu haben. Das wurde in allen Gesprächen auch mit den Politikern sehr bedauert. Das Bedürfnis, Kenntnisse über die jüngste Geschichte zu erhalten, ist groß.

Die Ausstellung zum Thema "Die Mauer ist weg - Schon seit 20 Jahren" kann immer noch im Kreismedienzentrum in der Stadtbücherei Tornesch (Sandra Harbeck, Tel. 04122 / 9646-0) von Schulen und Vereinen ausgeliehen werden.