Geschichte der Baumschulen im Kreis Pinneberg


Geschichte der Baumschulen

Baumschulwirtschaft

Der Kaufmann Baron Caspar Voght gründete 1795 in Klein-Flottbek (damals zum Kreis Pinneberg gehörend) die erste Baumschule. Die Betriebsführung übernahm der schottische Baumgärtner James Booth. Hieraus entstand um 1800 die Handelsbaumschule Fa. Booth & Co, die als Keimzelle des heutigen großen Holsteiner Baumschulgebietes zählt.

Die beiden Herren bildeten zahlreiche Gärtner aus, die sich dann aufgrund der besonders guten Klima- und Bodenverhältnisse im Kreis Pinneberg ansiedelten.


Aber auch die gute Infrastruktur, das Straßen- und Schienennetz, war für die Ansiedlung der Baumschulen im Kreis wichtig. Besonders der Auf- und Ausbau des Schienennetzes im Jahre 1850 machte es möglich, die Pflanzen weit über die regionalen Grenzen zu verkaufen und somit einen großen Markt zu erschließen. Hierfür war aber auch die Nähe zu Hamburg mit seinem Hafen von Bedeutung.

Im Jahr 1887 begann die Firma Kordes mit der Züchtung von Rosen. Die Firma Tantau folgte im Jahre 1906. So entwickelten sich nach und nach die Rosenschulen. Während dieser Zeit, ab 1900, setzte sich auch der Obstbau immer mehr durch.

Die erste schwere Krise für die Baumschulen war die Weltwirtschaftskrise von 1929. Nach dem 2. Weltkrieg war die menschliche Arbeitskraft knapp und teuer. Es wurden mehr Maschinen und Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Da diese das Grundwasser verunreinigt haben, wurden die Baumschulen öffentlich kritisiert. Heute werden Techniken des integrierten Pflanzenschutzes eingesetzt, um auf den Einsatz von chemischen Stoffen verzichten zu können.

Heute gibt es im Kreis Pinneberg ca. 290 Baumschulen. Pro Jahr werden etwa 1 Milliarde Pflanzen produziert. Darunter ist ein Drittel aller Gehölze aus Deutschland. Aufgrund dessen hat das Gebiet den Beinamen "Wiege des Deutschen Waldes" bekommen. Kaum zu glauben, dass sich dieses Gebiet im waldärmsten deutschen Flächenland befindet.