Geflügelpest: Amtliche Bekanntmachungen und weitere Informationen

Geflügelpest – nach Weihnachten kein Beobachtungsgebiet mehr im Kreis Pinneberg

Gute Nachricht für viele Haustierbesitzer im Kreis Pinneberg: Ab Dienstag, den 27.12.2016, 0.00 Uhr wird das Geflügelpest-Beobachtungsgebiet im Kreis Pinneberg aufgehoben. Die verstärkten Einschränkungen insbesondere für die Besitzer von Hunden und Katzen gelten dann dort nicht mehr.

Der Text der amtlichen Bekanntmachung „Aufhebung einer Tierseuchenbehördlichen Allgemeinverfügung“ ist hier nachzulesen.

Wichtiger Hinweis:

Die Aufstallungspflicht inkl. der verstärkten Biosicherheitsmaßnahmen für Geflügelhalter gilt weiter, und zwar für das gesamte Kreisgebiet!

Dass auch die Aufstallungspflicht inkl. der verschärften Hygienebedingungen bald aufgehoben werden könnte, damit rechnet Kreissprecher Oliver Carstens nicht: „Mit einer solchen Aufhebung ist kurzfristig nicht zu rechnen“.  

Zur Vorgeschichte:

In der Gemeinde Kollmar im Kreis Steinburg wurde am 25.11.2016 der Ausbruch der Geflügelpest bei einem Wildvogel amtlich festgestellt. Der Kreis Pinneberg hatte aufgrund der geografischen Nähe zum Fundort Schutzmaßnahmen eingeleitet. Um Kollmar herum wurde in Abstimmung mit dem Kreis Steinburg ein Sperrbezirk und im weiteren Umkreis ein Beobachtungsgebiet eingerichtet. Das Beobachtungsgebiet im Kreis Pinneberg umfasst folgende Gemeinden und Städte:

Elmshorn, Groß Nordende, Haselau, Heidgraben, Klein Nordende, Moorrege, Neuendeich, Raa-Besenbek, Seester, Seestermühe, Uetersen.

Zwischenzeitlich wurde der Sperrbezirk bereits aufgehoben, das Beobachtungsgebiet besteht noch bis zum 27.12.2016 um 0.00 Uhr. Bis dann gilt, dass wer einen Hund oder eine Katze hält, sicherzustellen hat, dass diese/r im Beobachtungsgebiet nicht frei umherläuft (Anleinpflicht).

Die entsprechenden Anordnungen dazu finden Sie hier:

1.  "Tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung zum Schutz gegen die Geflügelpest durch Wildvögel vom 25.11.2016"

2. "Teilaufhebung einer Tierseuchenbehördlichen Allgemeinverfügung vom 17.12.2016"

Weitere Informationen:

Es handelt sich bei dem Erreger um für Vögel hochpathogene Influenzaviren des Typs H5N8. Nach bisherigem Erkenntnisstand sind keine Infektionen des Menschen mit H5N8-Viren bekannt. Eine Übertragung des Erregers über infizierte Lebensmittel ist laut Bundesinstitut für Risikobewertung „theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich“. Trotzdem ist natürlich im Umgang mit Wildvögeln grundsätzlich Vorsicht geboten, weil diese Träger verschiedener Influenza (Grippe) -viren sein können.

Auf Erlass des Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein gilt in ganz Schleswig-Holstein seit einiger Zeit eine Aufstallungspflicht für Hausgeflügelbestände sowie ein Verbot von Geflügelmärkten, Geflügelschauen sowie Veranstaltungen ähnlicher Art. Diese Maßnahmen dienen dem Schutz vor Einschleppung des Erregers in Hausgeflügelbestände (siehe "Tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung über die Anordnung der Aufstallung von Geflügel und das Verbot der Durchführung von Geflügel- und Taubenausstellungen zum Schutz gegen die Geflügelpest im Kreis Pinneberg vom 10.11.2016").

Darüber hinaus hat das Land mit der Allgemeinverfügung zur Festlegung von vorbeugenden Biosicherheitsmaßnahmen in Geflügelhaltungen vom 16.11.2016 neue landesweite strenge Hygienevorschriften für jeden Geflügelhalter erlassen. Alle Geflügelhalter im gesamten Kreisgebiet (private oder gewerbliche) haben unabhängig von der Bestandsgröße folgende Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten:

  • In den Ställen muss gesonderte Schutzkleidung inklusive Schuhwerk getragen werden.
  • Transportmittel wie Fahrzeuge und Behältnisse sind nach jeder Verwendung unmittelbar zu reinigen und zu desinfizieren.
  • Große wie kleine Geflügelhaltungen müssen vor den Eingängen zu den Stallungen Desinfektionsmatten oder -wannen zur Schuhdesinfektion einrichten,
  • Personen müssen unmittelbar vor Betreten des Stalls Hände waschen und desinfizieren,
  • Hunde und Katzen sind von den Stallungen fernzuhalten.

Siehe herzu auch Verhaltensregeln für Kleinbetriebe mit Geflügelhaltung (unter 1.000 Tiere) und Geflügelhobbyhaltungen oder BundesVO über besondere Schutzmaßregeln in kleinen Geflügelhaltungen. Beim Auffinden von totem Wassergeflügel (Wildenten, Wildgänse u.a.), Greifvögeln sowie aasfressenden Wildvögeln (Möwen, Krähen u.a.) informieren Sie bitte Ihr örtliches Ordnungsamt.

Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt des Friedrich-Loeffler-Instituts zur Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI, Geflügelpest, “Vogelgrippe“).

Geflügelhalter sind verpflichtet, Ihren Bestand beim Veterinäramt des Kreises Pinneberg anzuzeigen. Die unterschriebene Tierbestandsanzeige kann auf dem Postweg, per Fax (Kontaktangaben siehe Vordruck) oder per eMail an vetamt@kreis-pinneberg.de an den Kreis Pinneberg übersandt werden.

Fragen zur Geflügelpest beantworten Ihnen gern die Mitarbeiterinnen unseres Bürgertelefons Montags bis Donnerstags von 9:00 bis 16:00 Uhr und Freitags von 9.00 bis 14.00 Uhr unter der Tel.-Nr.: 04121-4502-5000. Auch das Land hat ein Bürgertelefon eingerichtet; dieses ist werktags von 9:00 bis 17:00 Uhr besetzt und unter der Tel.-Nr.: 0431-160 6666 erreichbar.