Neue Zugangsbeschränkung für die Insel Helgoland


Zugangsbeschränkung Helgoland

Kreis Pinneberg erlässt Betretungsverbot für Personen ohne negativen Corona-Test aus Risikogebieten

Aktuell gibt es keine Zugangsbeschränkungen für Helgoland außer den „üblichen“ Hygienemaßnahmen und Kontaktbeschränkungen. Dies ändert sich ab Samstag, den 27.06.2020.

Ab dann dürfen Personen, die sich in den vergangenen 14 Tagen in einem (ehemaligen) Risikogebiet aufgehalten haben, die Insel nur betreten, wenn ein aktueller negativer Corona Test oder ein anderer Ausnahmegrund vorliegt. Ausgenommen von diesem Betretungsverbot sind Personen, die nachweisen können, dass sie auf Helgoland über eine geeignete Möglichkeit der Absonderung verfügen (z. B. Wohnungsbesitzer). 

Hintergrund dieser neuen Anordnung ist, dass durch das Infektionsgeschehen in Deutschland neue Risikogebiete entstanden sind und mit Reisenden aus diesen Regionen in Richtung Helgoland zu rechnen ist. „Tatsächlich liegen uns konkrete Reiseanfragen aus NRW vor“ erläutert Kreissprecher Oliver Carstens.

„Zusätzlich zu dem erhöhten Infektionsrisiko von Personen aus Risikogebieten spielt die Inselsituation hier eine besondere Rolle. Die Anreise erfolgt vor allem per Schiff, der Umstand eines langen Aufenthalts von großen Gruppen in geschlossenen Räumen wirkt damit zusätzlich genau so risikoerhöhend aus wie das Betreten und vor allem das Verlassen des Schiffs. Auch der Aufenthalt auf der Insel ist wegen der beengten Verhältnisse - enge Straßen, kleine Läden, ggf. wiederum gemeinsamer Aufenthalt auf der Dünenfähre oder in den Sehenswürdigkeiten, zusätzlich gefährdend.

Die Folgen einer Infektionsausbreitung auf der Insel wären deutlich gravierender als auf dem Festland, denn die Behandlungs- und Beförderungskapazitäten wären rasch erschöpft und auch eine Isolierung von Erkrankten oder Verdachtsfällen wäre aufgrund des sehr begrenzten Wohnraums kaum möglich“ erläutert Dr. Angelika Roschning, Leiterin des Fachdienst Gesundheit der Kreisverwaltung.

Bürgermeister Jörg Singer und Landrat Oliver Stolz: „Wir müssen wegen der besonderen Lage Helgolands sehr vorausschauend agieren. Eine Verbreitung des Virus auf der Insel muss unbedingt unterbunden werden. Neben der Schwierigkeit der medizinischen Versorgung droht dort schnell ein harter Lockdown mit dramatischen Folgen für die Tourismuswirtschaft und die Bevölkerung.“

 
Pressemitteilung vom 26.06.2020