Pflege- und Unterhaltung der Straßen- und Wegeränder

Eigene Beobachtungen und vermehrte Hinweise von Bürgerinnen und Bürgern im letzten Jahr haben dazu geführt, dass sich der Beirat für Naturschutz im Kreis Pinneberg mit dem Thema "Pflege und Unterhaltung der Straßen- und Wegeränder" beschäftigt hat. Der Beirat gibt hierzu die folgende von allen mitgetragene Stellungnahme ab:

blütenreiche Vegetation am StraßenrandAuf der einen Seite besteht ohne Zweifel ein berechtigtes Interesse an der Sicherheit im Straßenverkehr der Sichtbarkeit der Straßenbegrenzungspfosten und der Pflege der Bankette.

Auf der anderen Seite sind aber auch die oftmals blütenreiche Randvegetation der Straßen und Wege eine bedeutende Nahrungsquelle für Insekten und für weitere Teile der Nahrungskette für z.B. Vögel. Darüber hinaus bieten Straßenränder zum Teil auch Lebensraum für bedrohte Arten, der an anderen Stellen unserer Landschaft nicht mehr gegeben ist.

Ein Gegensatz muss deshalb nicht bestehen. Damit beide Ziele bei Pflege und Unterhaltung abgedeckt werden, empfiehlt der Beirat die folgenden Grundsätze einzuhalten:

  • Mähzeitpunkt möglichst weit nach hinten schieben
    Damit die Pflanzen blühen können, sollte der 1. Schnitt nicht vor Mitte Juni erfolgen. Die Arten können sich dadurch zahlreicher entwickeln. Der 2. Schnitt sollte möglichst bis Mitte Oktober gelegt werden, sofern es überhaupt erforderlich ist.
     
  • Mähstreifen auf den notwendigen Bereich beschränken
    Um Sicherheit am Straßenrand zu gewährleisten reicht es aus, dass die Begrenzungspfähle sichtbar sind (ca. 1m). Weitere Flächen z.B. im angrenzenden Graben sollten zum Zeitpunkt des 1. Schnitts nicht gemäht werden. Das schadet der Umwelt.
     
  • Sicherheitsaspekte je nach Straßenrand abwägen
    Kreisstraßen sind anders zu sichern als z. B. landwirtschaftliche Spurbahnen. Lässt man an Spurbahnen und gering befahrenen landwirtschaftlichen Straßen die Pflanzen wachsen, kann sich dieses positiv auf die Verkehrsbelastung und die Geschwindigkeit auswirken. Oftmals reicht es, nur an besonders unübersichtlichen Stellen zu mähen.
     
  • Zeitlich versetzte Mahd und abschnittsweises Mähen
    Die Vielfalt der Arten kann besser erhalten werden, wenn die Straßenränder abschnittweise und zeitlich versetzt gemäht werden.
     
  • Verwendung des Mähgutes
    Die Straßenränder entwickeln sich besser, wenn das Mähgut aufgenommen und abgefahren wird. (Durch den Entzug von Nährstoffen wird der Blühreichtum verstärkt.) Eine Biokompostierung ist sehr sinnvoll.


Der Beirat bittet darum, im Sinne des Artenschutzes im Jahr 2010 diese Hinweise zu beachten. Insbesondere die für die Straßen- und Wegerandpflege zuständigen Stellen sollten dieses bei Ihrer Arbeit berücksichtigen. Bei weitergehenden Fragestellungen ist der Beirat gern beratend tätig.


04/2010 Der Beirat für Naturschutz im Kreis Pinneberg